Dienstag

5.

Dezember 2006

Weniger als 10 Cent Lohn für das olympische Logo

Han Meilin, ein Chinese, leitet im stolzen Alter von 70 Jahren das Team für das Logo der Olympischen Spiele 2008 in seinem Land. Außer dem Dank der Heimat bekommt er zur Entlohnung – einen Yuan, umgerechnet 0,096 Euro, und die fünf Maskottchen der Spiele.

peking 2008

Falls es sich nicht nur um einen ausgehandelten, symbolischen Lohn handelt, wäre das kein guter Vorbote der olympischen Spiele 2008. Der Maler und Bildhauer gibt, auf den Umstand angesprochen, folgende chinesische Weisheit von sich:

“A little misfortune is not a bad thing.“

Bemerkenswert – sowohl die Einstellung, als auch das Logo.

Quelle: LogoDesign.com

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9 Antworten zu “Weniger als 10 Cent Lohn für das olympische Logo”

  1. Ivo Sagt:

    Weiß man, mit welcher Begründung der erfahrene Herr damit abgespeist wird? Hat er das im Auftrag seines Arbeitgebers ausgeführt oder ist er selbständig?

  2. Martin Sagt:

    Da die Originalquelle auf die sich LogoDesign.com bezieht nicht mehr verfügbar ist, bleibt wohl nur dieses chinesische Interview zu den olympischen Maskottchen. Darin gibt er an keine Bezahlung, wohl aber die Rechte an den Maskottchen haben zu wollen… Das scheint aber auch gerade ein Thema zu sein

  3. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Unser täglich Link Sagt:

    […] 5000 € und 100 Kisten Bier. Soviel zahlt man also heute für Produktdesign. Für ein olympisches Logo bezahlt man übrigens in China nur knappe 10 Cent. […]

  4. Dr. Brgitte Wolter Sagt:

    …wenn der Lohn symbolisch ist, kann dies auch bedeuten, dass es sich um etwas sehr Hochwertiges handelt, für das sonst ein sehr hoher Preis bezahlt werden müsste. Für Han Meilin ist es sicher eine Frage der Ehre und/oder ein ganz besonders kluger Schachzug, weshalb er quasi umsonst das Olympia-Logo entwickelt. Wer sich für ein Logo von so großer Bedeutung symbolisch bezahlen lässt, erntet mehr Lohn und wird bekannter, als wenn er dafür ein normales angemessenes Entgelt bekäme. Die Tatsache, dass hier in diesem Forum über Han Meilin geblogt wird, ist bereits eine Auswirkung dieser Philosophie. Manchmal ist Weniger eben Mehr…

  5. Martin Sagt:

    @Brigitte: Dein Kommentar liest sich durchgehend wie eine chinesische Weisheit. „Ernten was man sät“ – das habe ich von Deinem Blog schon des Öfteren als Rat mitnehmen dürfen. Vielen Dank!

  6. Design Tagebuch Sagt:

    […] Weniger als 10 Cent Lohn für das olympische Logo (hoemmerich.com)  Thema Wissenwert, Logos, Über den Tellerrand erstellt von Schaffrinna am 05. März 2007 […]

  7. Dietmar Sagt:

    mit dem fortschritt steigen auch die ansprüche und dann sind auch china solche preise nicht mehr möglich – hoffentlich :wink:

  8. OG Sagt:

    China gehört traditionell zu den (leider immer noch vielen) Nationen überzogener Herrschaftsausübung und Ausbeutung. Ob Kaiserreich, autokratische Republik oder Volksrepublik: Das Menschenbild in dieser Tetra-Nation widerspricht in sehr vielen Belangen aufgeklärten Wertvorstellungen. Das liegt nicht zuletzt auch in jedem einzelnen Chinesen selbst begründet, ob er nun Täter ist oder Opfer! Warum verwundert es dann, wenn jemand, der nicht unerheblich zur Wertschöpfung beiträgt, mit einem Brosamen abgespeist wird? Hätte dieser Mensch in umgekehrtem Falle anders gehandelt? … Gruß OG

  9. Igor Sagt:

    Vielleicht – aber auch nur vielleicht – sind WIR, die Europäer, diejenigen, die „überzogene“ Wertvorstellungen haben. Wir unterliegen einer Preisspirale: je mehr von uns für eine Ware verlangt wird, desto mir wollen wir für unsere Ware verlangen, um die Ware, die wir wollen, zu bezahlen und noch etwas auf der Hand zu haben.
    Es kann auch sein, dass dieser Herr einfach ausgenommen wurde und sich dort, wo er ist, nicht wehren kann. Obgleich diese PR-Geschichte genau so realistisch sein könnte, muss ich sagen, dass die Chinesen – vor allem die Reichen dort – nicht dumm sind. Sie sind schlau genug sich mit allen Mitteln an Europa zu orientieren, wo jeder jeden ausbeutet, sofern es etwas auszubeuten gibt (natürlich wirtschaftlich gesehen und Familie (oft, nicht immer) ausgenommen).

    In diesem Kontext muss man überlegen, ob die anderen tatsächlich „die Bösen“ sind, oder ob wir einfach zumindest nicht in die Rolle „der Guten“ passen (Einführungsstriche absichtlich eingeschoben).
    dS.

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