Mittwoch

30.

Mai 2007

Erfahrungsbericht: Dell Latitude D820/Latitude D830

Vor einiger Zeit hat sich das Latitude D800, das mich stets begleitet hat mit einem Mainboard-Kurzschluss verabschiedet und wartet seitdem in Leipzig auf die Reparatur (bei Sparepartz). Meine Wahl fiel aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen mit Dell und der vorhandenen Peripherie (Port-Replikator, Monitor-Ständer) auf das Latitude D820 (jetzt Latitude D830 – es hat sich laut Aussage der Techniker jedoch so gut wie nichts geändert – außer dem Namen).

Nach der ersten Inbetriebnahme und der Installation von XP muss ich feststellen, dass das Display absolut inhomogen ausgeleuchtet ist. Von unten her ist die Ausleuchtung kräftig und nimmt verlaufsartig nach oben hin ab. In der rechten unteren Ecke ist ein deutlicher dunkler Fleck. Erfolg: Bei einer Kundenpräsentation fragt mich eine Kundin, warum ich einen Verlauf in die Präsentation gemacht habe, obwohl das Corporate Design dies nicht vorsieht!

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Ich rufe bei Dell an und bitte um Austausch des Displays. Ich müsse Fotos schicken, sagt man mir. Kein Problem – wozu haben wir die ganze Ausrüstung – ich schicke Fotos. „Das sieht ganz normal aus.“, versichert mir der Kundenbetreuer. Mir platzt der Kragen. „Das ist ein offensichtlicher Mangel.“, motze ich sanft Richtung Bratislava (wo die Kundenbetreuer wohl sitzen). „Okay, okay. Wir tauschen das aus.“

Am nächsten Tag erscheint ein freundlicher Techniker, nimmt das alte Panel raus (es ist ein Samsung-Panel) und steckt das neue (Samsung-Panel) ein. Ergebnis: Das exakt gleiche Bild. Verlauf und Fleck in der rechten, unteren Ecke.

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Meine Geduld ist am Ende, als der Kundenbetreuer mir am Telefon auch noch versichert, dass „dies den aktuellen Qualitätsstandard der Firma Dell darstelle“. “ Unter uns: Das alte D800-Display ist meiner Meinung nach um Meilen besser als das drei Jahre jüngere Panel! Sichtwinkel und Ausleuchtung sind absolute Spitzenklasse für ein LCD. Das neue ist (meiner Meinung nach) wirklich nicht zu gebrauchen, um bei Kunden einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Die „Eskalations-Abteilung“ (müsste das nicht De-Eskalations-Abteilung heißen?) von Dell meldet sich. Mit ruhiger, (fast gelangweilter) Stimme bemüht sich der neue Kundenberater meine Laune zu bessern. Nach einigem Geplänkel versichert er mir, dass der Bildschirm erneut getauscht wird – allerdings kann er mir nicht versprechen, ob mein Display ein Samsung oder LG-Panel haben wird (“Chancen sind 50 : 50!“).

Einen Tag später steht der Techniker mit einem „Refurbished“-Display vor der Tür – es ist von Sharp! Ich freue mich erst einmal (die Hoffnung stirbt zuletzt) und warte gebannt, während der Techniker sich daran macht das Notebook in Einzelteile zu zerlegen. Eine Schraube klemmt. Zwei Minuten später ist klar, dass er die Schraube durchgedreht hat und wir heute keinen neuen Bildschirm mehr in das Gehäuse bekommen. Frust.

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Heute dann die Erlösung. Neuer Techniker, neues Glück. Er hat alles dabei – 15 Minuten später kann ich neu starten. Ergebnis: Ausleuchtung nicht perfekt aber durchweg besser – fast so wie bei meinem alten D800. Leider immer noch ein dunkler Fleck in der rechten, unteren Ecke (der aber kaum zu sehen ist und mich persönlich nicht so extrem stört).

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Fazit: Ich persönlich bin nicht vollständig zufrieden mit der Display-Qualität von Dell was das Latitude D820 (jetzt wohl Latitude D830) angeht, akzeptiere aber die finale Lösung. Nach fast acht Jahren hat Dell es geschafft mein Vertrauen zu verlieren. Für Präsentationen werde ich nach wie vor das D800 einsetzen, das mir auch optisch besser gefällt. Wir werden sehen was die Zukunft bei Dell bringt.

Lob am Rande: Der technische Service arbeitet erstklassig – am nächsten Arbeitstag steht der freundliche Techniker mit Material vor der Tür. Die Performance des Notebooks ist durchweg sehr gut, auch wenn man den Sprung vom D800 auf das D820 (bei Windows XP) nicht wirklich spürt.

Bookmarks

  • blogmarks
  • co.mments
  • del.icio.us
  • Fark
  • Furl
  • Ma.gnolia
  • NewsVine
  • Reddit
  • Spurl
  • YahooMyWeb
  • Google
  • MisterWong.DE

Verwandte Beiträge

Notebook Akkus: Erst Dell, jetzt Apple
2D-Fotos in 3D umwandeln mit fotowoosh
Freitag der 13.

15 Kommentare zu „Erfahrungsbericht: Dell Latitude D820/Latitude D830“

  1. Thomas Schürmann

    Ich kann Deine Geduld nur bewundern. Das Notebook hätte garantiert schon mein Büro verlassen.

    3mal tauschen. Oh je.

    Tatsächlich wird der Notebookkauf auch dadurch nicht leichter, dass jetzt alle Hersteller die kostengünstiger zu produzierenden Glare-Displays einsetzen.

    Ich habe ein W1N von Asus und bin mit diesem total Happy. Nur was mache ich, wenn ich ein neues brauche?

  2. david

    Tja, Martin – ich weiß, ich bin fies, aber ich sag nur: Mit nem ThinkPad wär das nicht passiert… ;-)

  3. Paul

    Haha,

    geil. Wo ich mit meinem Studium angefangen habe, haben wir auch Dell als Arbeitswerkzeug gekriegt. Also ca. 27 Leute. Nun so weit so gut, aber jetzt kommts. Die Displays weisen den gleichen Fehler auf wie du ihn beschrieben hast.

    Nun kannst du trotztdem noch einen weiteren Test durchführen. Das haben wir nämlich festgestellt.

    Test:

    Wenn du eine saubere orangene Fläche in Illustrator oder Photoshop aufziehst und die über den ganzen Bildschirm läuft, dann haben wir bei unseren Geräten festgestellt, dass der Orangeton in der oberen Hälfte des Bildschirms anders ist als in der unteren.

    Geil! Ich sag nur Dell :grin:

  4. Martin

    @Thomas: Die gesamte Peripherie ist Dell – deshalb hab ich die Geduld… Portreplikatoren, Netzteile, Halterungen, usw… Ich habe inzwischen ein ganzes Ersatzteillager für die wichtigsten Teile wie Schrauben und RAM-Riegel… ;)

    @david: :mad:

    @Paul: Du hast diesen Effekt bei nahezu jedem LCD (die Lichtintensität ist abhängig vom Sichtwinkel – mal mehr mal weniger). Bei den ersten beiden LCD-Panels kam allerdings ein weiterer Störfaktor hinzu: Die Ausleuchtung war absolut inhomogen. Meiner Meinung nach war das Display damit defekt. Das hat der Kundendienst wohl auch so gesehen, sonst hätte man keinen Ersatz beschafft. Ich bin der Meinung, dass man sich gegen ein solch schlechtes Panel zur Wehr setzen sollte… Nicht nur als Grafiker…

    Um nochmal ein Lanze für Dell zu brechen: Die eingesetzten Displays kommen laut Aussage des Technikers von LG, Philips, Samsung und Sharp. Nahezu alle Hersteller von Notebooks greifen auf diese Panels zurück…

  5. david

    Oha, da ist aber jemand wütend auf mich! ;-)
    Tut mir ja leid, aber diese Bemerkung konnt ich mir einfach nicht verkneifen ;-)

  6. Gerrit

    Aus genau den gleichen Gründen hänge ich sehr an meinem 3,5 Jahre alten Thinkpad mit hochauflösendem Display. Ich glaube, dass kaum noch sehr gute Panels hergestellt werden. Die Panel-Hersteller haben auf Masse statt Klasse umgestellt. Selbst Apple verbaut keine wirklich sehr hoch auflösenden Bildschirme, von deren Farbproblemen (6bit vs. 8bit) ganz zu schweigen.

    Als ich mir vor über 3 Jahren meinen jetzigen Computer gekauft habe, habe ich erwartet, dass mein nächster Rechner einen wesentlich besseren (vor allem Auflösung) Bildschirm haben würde, leider ist es so, dass die Panel-Qualität (Auflösung, Ausleuchtung, Farbtiefe) heute wesentlich schlechter ist.

    Jaja, früher war alles viel besser. :wink:

  7. Martin

    Quatsch – ich ärgere mich nur, dass ich es mir nicht wenigstens (wie geplant) mal angesehen habe… Obwohl ich nicht weiß, ob das meine Entscheidung letztlich beeinflusst hätte… :)

  8. kopfkribbeln

    Kauf dir einfach einen Mac und du wirst nie mehr Proble… ähm…

  9. Martin

    Oha, Daniel… Wir hatten einen schlechten Tag, ja? :D

  10. kopfkribbeln

    Ich hasse es, wenn Firmen vor lauter Innovation ihre Qualität missachten… Und das passiert hier gerade. Bei dir und bei mir. Es gibt Firmen, die beides gut hinbekommen. Man muss sich halt positionieren.

    Ich dachte immer Apple wäre innovativ und qualitativ! Das war vielleicht mal so, aber auch sie machen momentan große Flüchtigkeitsfehler! Vielleicht ändert sich das auch wieder.

    Wir müssen einfach nur hoffen! :???:

  11. der_simon

    Eskalation bedeutet in dem Fall, dass du oder die eine Ebene höher gehen, um das Problem zu lösen.
    (Projekt)Management-Slang ;)

    Bin mal gespannt auf die angebliche LED-Hintergrundbeleuchtung in den neuen MacBook Pros.

    BTW: Meine Dell Desktop-LCDs sind auch ziemliche Kacke…

    Der Simon

  12. Martin

    @Daniel: Vielleicht setzt die Berichterstattung in Blogs ja ein Zeichen – hoffen wir gemeinsam, dass sich was tut… :???:

    @Simon: Ich weiß – bei mir wäre allerdings De-Eskalation nötig gewesen (Du kennst mich doch!)… ;) Was die Dell-LCDs angeht: Fürs Programmieren taugen die doch allemal – ein 24″-Widescreen kostet im Einkauf aktuell 674 Euro netto – das ist doch geschenkt… Zwei davon auf den Tisch und bei der Qualität ein Auge zudrücken. :)

  13. Jens

    Das Problem mit dem Verlauf bekommt man dann so in den Griff, das man einfach einen umgekehrten Verlauf ins Bild malt – und Schwupps sieht es für den Kunden nach einer Volltonfläche aus.

    spässle!

    *sicherheitshalber: duck und weg*:razz::mrgreen:

  14. Stefan

    Hi Martin,

    ich hab da auch noch nen Tip um die Ausleuchtung zu verbessern. Nimm doch aus Deinem Fotoequipment 2 Graufilter und mach ne Art „Brille“ draus :grin:

    Wer den Schaden hat… :wink:

  15. Martin

    Genau – und vor jeder kleinen Präsentation: „Wenn Sie bitte diese Brillen aufsetzen möchten und den Kopf nicht bewegen. Dankeschön.“ :D

Kommentieren



Warning: stristr() [function.stristr]: Empty delimiter in /kunden/smarterserver.de/artfx/hoemmerich.com/wp-content/plugins/wassup/wassup.php on line 2102