Archiv für die Kategorie „Agenturleben“

Mittwoch

28.

Mai 2008

Corporate Design Vorlagen

Wer schnell einmal ein neues Corporate Design auf verschiedenen Materialien präsentieren möchte, ist mit den kostenlosen Vorlagen für Mock-Ups von CreativeBits gut beraten. In verschiedenen Kategorien gibt es allerhand Fotomaterial, in das eigene Designs schnell eingefügt werden können.

Corporate Design Vorlagen

Kategorien

Geschäftsausstattung
Verpackungen
Give-Aways
Multimedia
Außenwerbung

Ein neuer Dienstleister im Bereich Corporate Design Mock-Ups ist übrigens self3D – hier werden aus eigenen Vorlagen fertige Mock-Ups gerendert, allerdings ist dieser Service nicht kostenlos.

Zur Einführung verlose ich 3 × 1 kostenloses Rendering (Wert jeweils 39,00 Euro) unter allen Kommentatoren dieses Beitrags. Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barauszahlung des Gewinns. ;)

Gewonnen (durch Ziehung) haben: Andre, Sebastian und Henning. Die Gutscheine sind unterwegs – ein kurzer Erfahrungsbericht zu dem Dienst wäre interessant. :)

Montag

26.

Mai 2008

TFT-Monitor und Augenprobleme

Es fing alles mit dem Umzug in unser neues Büro an. Mein EIZO – wohl einer der besten TFT-Monitore, die ich je besitzen durfte – ist flugs aufgestellt und wird direkt für die Bewältigung des Tagesgeschäftes benutzt. Ich kalibriere mit Pantone huey, richte den Monitor auf dem Schreibtisch so ein, dass ich kein Fenster im Hintergrund habe und arbeite los. „Fein“, denke ich – „so ein schönes Gerät!“.

Einige Wochen später. Mit täglich 8–14 Stunden Aufenthalt vor dem Bildschirm und einer totalen Verschiebung meiner Nutzungsgewohnheiten (deutlich mehr Lesetätigkeiten als Bildbearbeitung) beginnen plötzlich Schmerzattacken in den Augen, im Kopf und eine stark verzögerte Adaption an die Lichtverhältnisse auf der Autobahn nach der Arbeit.

Hier kommen nun hilfreiche Maßnahmen, die meine Probleme innerhalb einer Woche komplett gelöst haben:

  1. Herabsetzen der Leuchtdichte
    Der EIZO TFT-Monitor gibt bei 20 % Helligkeit ein zunächst gewöhnungsbedürftiges, aber dennoch ausreichend helles Bild ab. Viele LCD-Monitore sind ab Werk viel zu hell eingestellt und belasten auf Dauer die Augen. Daher: Lieber etwas zu dunkel als dauerhaft zu hell!
  2. Umriss/Schärfe herabsetzen
    Viele LCD-Monitore bieten die Möglichkeit die werksseitige Kantenversteilerung, die zu mehr Bildschärfe führt, auszuschalten oder herabzusetzen. Liest man viel täglich lange Texte mit scharfem Umriss auf dem Bildschirm, ermüden die Augen (meines Erachtens) relativ schnell. Bei meinem Monitor ist die Funktion „Umriss“ nicht nur falsch geschrieben, sondern versteckt sich auch gut im Menü „Farbe“. Bei „-1“ habe ich eine für mich optimale Einstellung gefunden.
  3. Lichtschutzblende
    Eine EIZO-Lichtschutzblende kostet aktuell ca. 160,00 Euro, wenn sie nicht schon im Lieferumfang enthalten ist. Tipp: Ist für den Monitor keine Lichtschutzblende lieferbar, sollte auch eine Eigenkonstruktion aus mattem(!), schwarzem Bastelkarton ausreichen. Hier geht es nicht nur darum störende Reflexionen auszuschalten, sondern zu verhindern, dass das Auge auf unterschiedliche Lichtverhältnisse trifft, gerade wenn es beim Lesen an die Monitorränder springt und dort zum einen Teil ein helles Fenster, zum anderen Teil den Monitor vor sich hat.

Ich hoffe die obigen Maßnahmen können dem ein oder anderen ebenfalls helfen und freue mich über Erfahrungsberichte… ;)

Montag

5.

Mai 2008

Restart

„Willkommen bei WordPress. Dies ist Ihr erster Beitrag.“ – So begrüßt mich die neueste Version der hochgelobten Bloggersoftware, nachdem ich die MySQL-Datenbank von Version 3.0.Jerusalem auf eine neue 5er-Version updaten musste. Ein Vorgang, der seither erst einmal sämtliche Beiträge friedlich auf dem Datenfriedhof unseres Lieblingshosters dahinschlummern lässt. Ich arbeite daran …

Das hat man davon, wenn man ein geplantes Update lange vor sich her schiebt und eigentlich gar keine rechte Zeit zur Pflege von Blog und Software findet. Einen Neustart – auch visuell – hatte ich schon lange geplant. Mal sehen, ob die Zeit dafür auch künftig reicht. ;)

Meine lange Blog-Abstinenz hat eigentlich nur einen Grund: THAVIS.

Aus einer guten Idee wurde innerhalb eines Jahres eine grundsolide Agentur für interaktive Produktpräsentation – sämtliche anderen Aktivitäten rutschten in der Priorität folglich ganz weit nach unten. Ich komme jetzt erst zu einer kurzen Verschnaufpause bevor es nach dem verlängerten Wochenende wieder richtig losgeht.

Was macht THAVIS? – Hier ein kurzer Auszug aus der ersten Pressemitteilung:

Die Synthese von Fotografie und Multimedia zu einzigartigen Inszenierungen ist das Spezialgebiet des Kölner Unternehmens THAVIS | Agentur für interaktive Produktpräsentation. Mit ihren Kernkompetenzen in Spezialfotografie und Multimedia beraten die Experten von THAVIS Unternehmen, wie sie den Erlebniswert ihrer Marken steigern und die immer höher werdenden Erwartungen ihrer Kunden erfüllen. […] Zum Leistungsportfolio von THAVIS zählen außer 360°-Produktanimationen weitere Lösungen für das E-Business, wie elektronische Produktkataloge, interaktive Handbücher sowie interaktive Fortbildungsveranstaltungen, Präsentationen und Vorträge. Die Experten für Spezialfotografie erstellen außerdem interaktive Panoramaaufnahmen und Hochbilder sowie spezielle Luftbildpanoramen für Architektur und Veranstaltungen.

Natürlich wird es bedingt durch meine berufsbedingte Neuorientierung auch neue Inhalte im Blog geben, obschon ich plane hier auch regelmäßig über Corporate Design und natürlich weiterhin über das Agenturleben an sich zu schreiben.

Entschuldigen möchte ich mich bei all denen, die mir per E-Mail, Kommentaren oder sogar Anrufen Informationen über Relaunches, Redesigns und eigenen Projekten zukommen ließen – ich habe in den seltensten Fällen mehr als eine Standardantwort versenden können – ich hoffe auf Verständnis. Inzwischen gibt es aber auch so viele (gute) Designblogger, dass ich bisweilen gar nicht mehr wusste wo ich in der spärlichen Freizeit überhaupt noch lesen sollte. Für Lesetipps bin ich allerdings ab sofort wieder sehr dankbar. ;)

Ich hoffe sehr, dass es noch einige Leser gibt (aufwachen!), gelobe wie immer nach diesen Zwangspausen Besserung (wer‘’s glaubt…) und freue mich auf die kommende Zeit!

Nachtrag: Dem Datenbank-Update sind leider die bisherigen Kommentare zum Opfer gefallen… Sorry ;)

Mittwoch

2.

Januar 2008

Die 10 häufigsten Kundenwünsche

Nachdem ich im Beitrag Machen Sie das Logo größer auf den starken Einfluss des Kunden auf das Gesamtergebnis einer Agenturleistung hingewiesen habe, kamen einige Vorschläge zu den „Top 10“ der Kundenwünsche von Eurer Seite. Hier kommt nun die aufgearbeitete Version, vermischt mit einigen meiner Erfahrungen.

1. Das Logo ist zu klein!

„Huch, mein/unser Unternehmen kommt zu kurz oder wird zu klein dargestellt.“
Das scheint wirklich der oberste Kundenwunsch zu sein. Ein kleines Logo lässt auch die Firma „klein“ wirken – so sehen das die meisten Kunden. Für ein zu klein geratenes Logo gibt es ästhetische und technische Gründe. Hinsichtlich der Ästhetik muss man sich als Gestalter fragen, ob man das Logo nicht unterbewusst runterskaliert hat, weil es einfach schäbig aussieht – man versucht es zu „verstecken“ und in ein aktuell wirkendes Layout zu „pressen“. In diesem Fall empfiehlt es sich das Logo zu vergrößern und das Layout darauf abzustimmen. Auf keinen Fall einfach vergrößern und abschicken, nach dem Motto „Gucken Sie mal wie schlimm das aussieht“ – das löst oft eine Trotzreaktion aus und man hat die Abnahme für den Griff ins Klo postwendend auf dem Tisch liegen… Wenn das Logo eigentlich ausreichend groß ist und der Kunde immer noch unzufrieden ist, hat man einfach einen Menschen mit einem anderen Sinn für Ästhetik vor sich – da hilft eigentlich nichts. Hier sollte jeder für sich selbst entscheiden wie er vorgeht. Ich bin immer ein Freund davon mit sinnvollen Argumenten – auf das jeweilige Medium bezogen – den Kunden vor einem Designschaden zu bewahren (“Wenn wir das Logo so groß machen, müssen wir das Menü erweitern, dadurch haben wir im Content-Bereich 50px weniger Platz und können die Vorschau auf Ihre Diagramme nur noch 380px groß machen.“).

2. „Da muss ich erst meine Frau/meinen Mann fragen.“

„Ich bin unsicher und Ihre Meinung reicht mir nicht.“
Diese Kandidaten sind entweder unsicher und brauchen die helfende Hand Ihres Partners – wie wahrscheinlich in jeder Lebenslage – oder suchen eine Möglichkeit sich Zeit zu verschaffen, um eine Nacht über die Sache zu schlafen und dann am nächsten Tag die gefestigte Meinung zu präsentieren. Dann bietet sich natürlich an, eine Ablehnung des Designs auf den Partner zu schieben („Meiner Frau hat das nicht gefallen. Können Sie das Logo größer machen?“).

3. „Wir haben/ich habe das in PowerPoint/Word mal entworfen. Bitte so.“

„Wir kennen die Anforderungen an das Layout. Sie machen das nur schöner!“
Das ist ein ganz undankbarer Fall für beide Seiten. Der Kunde investiert viel Arbeit in ein Layout und macht sich Gedanken über die Platzierung der Informationen. Der Gestalter setzt diesen – meist total verkorksten und unsinnigen – Vorschlag um, und ist gezwungen einen weiteren, sinnvollen Vorschlag zu gestalten, der das Projekt letztendlich rettet. Setzt man den Kundenwunsch nicht um, gibt es Ärger. Diskutiert man im Vorfeld, ärgert sich der Kunde über den frechen Designer, der seine Leistung anzweifelt. Eine echte Zwickmühle.

4. „Deadline ist Morgen, 15:00 Uhr… – Hallo?! Sind Sie noch dran?“

„Wir haben das letzte halbe Jahr geschlafen – Sie müssen uns helfen.“
Kommt immer wieder vor. Ein ganz nachvollziehbarer Fall, denn fast überall werden wichtige Entscheidungen zu lange hinausgezögert. Manchmal haben Verantwortliche auch schlicht und einfach ein Detail vergessen, wie etwa eine Messe-Show für den zweiten Monitor auf dem Messestand oder eine CD-ROM als Give-away. Das sind eigentlich die Fälle, bei denen man sich noch fühlen darf wie MacGyver und in wenigen Nachtschichten Großes „zaubern“ kann. Ich bin immer wieder erstaunt über den Output solcher Aktionen.

5. Zu viele Informationen/Text für das Medium – Thema Whitespace

„Inhalte verknappen ist doch nix – epische Breite rules…“
Viele Entscheider können Inhalte nicht verknappen. Wenn gescheite Texter oder Erfahrungswerte fehlen ist es sehr schwierig die Kernaussagen auf das Wesentliche zu reduzieren. Da muss die Agentur schnell für eine ordentliche Lösung sorgen, meine ich – Texter anrufen, Gegenvorschlag anfertigen, präsentieren. Done. Wenn der Kunde dann immer noch beratungsresistent auf dem Roman im Anzeigenblatt beharrt – machen.

6. Lassen Sie es aussehen wie …

„Der Firma XY geht es gut. Knüpfen wir an dieses Erfolgskonzept werblicher Evolution an.“
Inspiration: Ja. Abkupfern: Nein. Diese klare Position finde ich extrem wichtig. Man sollte dem Kunden aber auch vermitteln können, dass es durchaus sinnvoll sein kann – ja sogar essentiell ist – sich innerhalb einer Branche von der Konkurrenz klar abzuheben. „Und wenn alle Ihre Konkurrenten von der Brücke springen … springen Sie dann auch?“ – „Nee, dann verkoof ick allet und fahr‘ of die Bahamas.“

7. Wir kaufen keine Schriftart. Nehmen Sie einfach die Arial (ComicSans, Verdana, Tahoma).

„Dafür haben wir kein Geld. Liefern Sie uns Lösungen, keine Probleme.“
Es kann durchaus Sinn machen gemeinsame Nenner zu finden und darauf ein Corporate Design aufzubauen – gerade bei kleinen Unternehmen, die im Guerilla-Stil über den Globus verteilt sind. Auch ich habe die Arial in einem Styleguide eingesetzt – zwar nur als Fallback von der Helvetica Neue – trotzdem fester Bestandteil, gerade in PowerPoint-Präsentationen, etc.. Und nein, ich bereue nichts. ;)

8. Wir möchten alle Inhalte selbst einpflegen!

„Mein Neffe ist da pfiffig.“
Das wird in jedem CMS besonders dann lustig, wenn auch noch auf die entsprechende Schulung verzichtet wird. Was der unsachgemäße Einsatz des RichTextEditors verursachen kann ist dann nichts im Vergleich zu einem Kunden der Admin spielt und die Hintergrundfarbe von #ffcc00 auf #fcff00 ändert …

9. Bitte mehr Farbe. Bitte diese Farbe.

„Meinen Sie das etwa ernst mit den Schwarzweiß-Bildern?“
Auch immer wieder gerne: Farbvorschläge. Hatte ich so schon mal mit einer Kundin. „Bitte Rot. Bitte mehr Rot.“ – am Ende: „Das ist mir zu Rot. Warum haben Sie das so Rot gemacht.“. Ich bin trotzdem der Meinung, dass man auf den Wunsch zu „mehr Farbe“ immer eingehen sollte.

10. Vom Styleguide abweichen.

„Das Logo bitte links unten wie im Styleguide“ – Der Styleguide sagt aber: rechts oben. – „Ihnen fällt da schon was ein.“
Ob man von Design Guidelines abweicht, sollte man immer im Einzelfall entscheiden. Manche Kunden geben nichts auf Corporate Design – der Zweck heiligt die Mittel. Von dieser Kundengruppe wird erfahrungsgemäß auch gerne mal das rotierende @-Zeichen angefragt. ;)

Ich freue mich auf weitere Anregungen zum Thema und Ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2008!

Donnerstag

15.

November 2007

Wer braucht schon Designer?

Dass ich vor dem Urlaub mit dem Thema Kundenwünsche nah am Trend lag, zeigt eine wirklich nett gemachte Seite, die sich mit Artikeln für Kunden von „unfähigen“ Designern beschäftigt: whoneedsdesigners.com.

who needs designers

Diese machen das Logo immer zu klein, nutzen zu schlichte Farbpaletten und verzichten auf kitschige Eyecatcher. Aber jetzt gibt es ja Gott sei Dank die Lösung aller Probleme. ;)

Freitag

19.

Oktober 2007

Machen Sie das Logo größer!

„Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ (Volksweisheit)

Das höre ich immer wieder von Kundenseite, wenn es Diskussionsbedarf in Sachen Design, Layout, Typo, undsoweiter gibt. Wir, die Agentur (Angler) muss ja nur den richtigen Köder (Wurm) auswerfen, um den Fisch (Kunden – für unseren Kunden) anzulocken – ob mir passt wie die Kampagne, Postkarte, Website, Microsite, et cetera aussieht oder eben nicht. Content is King war gestern. Client is King war today. Und das ist in meinen Augen auch zu 100 % richtig so. So verstehe ich meinen, unseren, Euren Job. Ich berate, entwerfe, bilde mich fort und versuche dem Kunden das Bestmögliche zu geben – im Idealfall das, was beiden Seiten gefällt. Ich entgegne auf den obigen Spruch vielleicht noch:

„Erfahrene Angler wissen einfach welche Würmer schmecken!“ (M. Hömmerich),

und versuche mit einem gewinnenden Augenaufschlag Vertrauen zu erringen und zu prüfen wie ernst ein auf den ersten Blick schlechter Vorschlag gemeint ist.

Fast wie in Zeitlupe kann man nach diesem Spruch den Entscheidungsprozess seines Gegenübers verfolgen, sehen wie die Entscheidung gegen Einen kippt und meist hört man danach Sätze wie: „Nein, nein. Ich bin immer noch der Meinung wir müssen das Logo größer machen. Das kann doch keiner lesen – in der U-Bahn, wenn .. ja wenn man da sitzt und sieht das Plakat. Wie am Times Square in New Orl.. äh York – Ikea, Virgin Records, Sony.. So! Verstehen Sie?“ – „Ja aber natürlich, Herr Wichtig. Machen wir so. Ich finde auch, dass man mindestens 60 % der Anzeigenfläche für das Logo nutzen sollte, nachdem Sie von den fünf DIN A4-Seiten Inhalt schon Drei streichen mussten.“

Versteht mich nicht falsch – wenn ein Kunde das so sieht handelt er nach Gefühl. Ich sage mir dann oft selbst „Komm runter vom hohen Ross und denk‘ Dich besser ein.“, versuche nachzuvollziehen was für ein Film da gerade läuft und ob ich etwas übersehen haben könnte. Fakt ist, dass Kunden Ihre Klientele manchmal besser kennen und die Überarbeitungen uns oft nicht so gefallen wie der erste Entwurf – Arial im Styleguide kann halt richtig weh tun – und trotzdem bringt der Kunde vielleicht die passenden Gründe, um es doch zu tun. Wir lernen jeden Tag dazu.

In letzter Zeit habe ich meine Arbeit im Weblog mit etwas Abstand betrachten können und auch viele andere Designblogs studiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass Agenturen nahezu wahllos an den Pranger gestellt werden, nur weil hier und da Patzer passieren, der angeblich falsche Font benutzt wurde, die Kampagne einer Kampagne von Volkswagen aus dem Jahr Neunzehnhundertblumenkohl ähnelt – oder irgend etwas Banales raussprudelt, frei nach dem Motto: „Ha, ha – noch ein Typofehler!“. Volkssport Deppenleerzeichen Suche. Na, gefunden? – Toll!

Agenturen muss man am Querschnitt ihrer Arbeiten der letzten Zeit bewerten. Es ist mir langsam auch ein Dorn im Auge, dass viele noch-so-tolle Design-Heroes etwa bekannte Online-Shops verreißen, die ganz offensichtlich mies aussehen, ohne zu überdenken, dass dies DAS entscheidende Kriterium für viele Kunden ist dort einzukaufen. Als ein 1-Euro-Shop in einer deutschen Stadt die gesamte Geschäftsausstattung änderte, von „Nur 1Euro!“-Pappschildern auf hochwertig Gedrucktes umstieg und das Ladenlokal nur leicht veredelte, fiel der Umsatz um mehr als die Hälfte.

Man fährt ja auch nicht mit dem Porsche zum Akquisegespräch, oder?

Fazit:

  • 1. Agentur UND Kunde sind für das Ergebnis verantwortlich.
  • 2. Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
  • 3. Man kann nur verändern, was verändert werden will.

Zum Schluss sammeln wir die Top-Ten der wilden Kundenwünsche in den Kommentaren und ich werte das Ganze nach einer Woche aus. Mal sehen was dabei so herumkommt. Ich freu mich jedenfalls schon drauf! ;)

Nachtrag: Top 10 der Kundenwünsche.

Mittwoch

17.

Oktober 2007

I’ll be back

Eigentlich hatte ich nicht geplant eine so lange Pause einzulegen, aber die Ereignisse haben sich in der letzten Zeit überschlagen, so dass – wie mehrfach erwähnt – die Zeit zum Schreiben ganz einfach fehlte. Was die nächsten Monate bringen kann ich schwer abschätzen, es ist aber absehbar, dass die Beiträge mehr auf Klasse als auf Masse setzen werden. Ich hoffe, dass ich in einigen Feeds bleibe – die Besucherzahlen zeigen, jedenfalls, dass noch genau so viele mitlesen wie vor der Pause – und hoffe, man nimmt mir die kleine Ausdünnung/-zeit nicht allzu Übel. A-Blogging ist ein Zeitfresser, den ich mir so nicht erlauben kann, zumal ich in Zukunft über meine Zeiteinteilung nicht mehr 100 % selbst entscheiden kann. Dazu später mehr. ;)

Mittwoch

19.

September 2007

Domainsuche: Domaincrawler Relaunch

Neben der täglichen Arbeit haben Christian und ich dem Domaincrawler wieder etwas mehr Leben eingehaucht. Der Domaincrawler war die erste „echte“ Domainsuchmaschine und entstand 1999 als Tool um die Domainsuche zu erleichtern.

domainsuche

Inzwischen ist es aufgrund professioneller Domaingrabber fast unmöglich geworden, noch gute, freie Domains zu ergattern. Fast. Denn mit dem Domaincrawler gestalten sich Domainsuche, Stichwort‑ und Markenrecherche sehr einfach. Falls man für einen Kunden ein Domain-Portfolio zusammenstellt, eignen sich die Suchmasken (unserer Meinung nach) hervorragend um schnell etwas über die Verfügbarkeit aussagen zu können und freie Varianten/Wortkombinationen zu finden. Einen Namensratgeber für die unterschiedlichsten Bereiche haben wir auch in der Erprobung, um etwa Agenturnamen oder Namen für Web 2.0-Projekte ;) zu finden.

Bevor jetzt Alle „alter Hut“ schreien und auf 200 andere Seiten verweisen, die auch Möglichkeiten zur Domainsuche bieten, möchte ich noch einmal hinzufügen, dass wir eigentlich nur das Ziel verfolgen eine möglichst einfache, präzise Suchmaske anzubieten – für uns und für alle mit den gleichen Problemen, die wir in der Agenturarbeit kennen. Wir hoffen, dass der Dienst auch weiterhin gut ankommt und die kleine Überarbeitung gefällt. Fertig sind wir noch lange nicht…

Über Anregungen, Kritik und Lob freuen wir uns übrigens sehr: info‑ät-domaincrawler-punkt-de

Donnerstag

9.

August 2007

Adobe CS3: „Teuer in Europa“, oder: „Wie verliere ich Kunden trotz Monopol?“

In der letzten Zeit höre ich in Agenturen, Druckereien und der restlichen Medienbranche nur noch ein Thema: Adobe hat in Europa höhere Preise als in den USA. Hierzulande zahlt man fast das Doppelte für die Adobe Creative Suite CS3! Ein Umstand, der den meisten Kollegen schwer zu schaffen macht. Da ich eigentlich Pro-Adobe bin, möchte ich diese Story nutzen, um doch mal wieder einen Beitrag (trotz Zeitmangel) zu verfassen – denn das Thema CS3 brennt in deutschen Agenturhütten. Und zwar lichterloh!

Abzocke?

Art-Direktoren brüllen auf Agenturbalkonen und verschütten wild gestikulierend Kaffee, gestandene Geschäftsführer nutzen Kontakte in den USA, um sich mit englischen CS3-Versionen einzudecken (die Preisdifferenz für die Master Collection betrug heute bei amazon.com/.de stolze 1.795,81 Euro), Praktikanten tippen Übersetzungen der Photoshop-Menüs und kopieren diese für alle Mitarbeiter. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind stinksauer auf Adobe. Ich erfahre in allen Medien‑ und Werbeagenturen gerade einen Wind gegen Adobe, den sich die Firma selbst sicher nicht vorstellen kann! Adobe hat in Europa das Gesicht verloren, möchte man meinen. In den letzten zwei Wochen, habe ich fast täglich Gespräche zum Thema geführt und mich letzten Endes überzeugen lassen, dass es kaum Argumente für eine derart drastische Preiserhöhung geben kann. Was den Agenturen mit zu geringer Kaufkraft widerfährt zwingt zu Erfindungsreichtum.

Adobe fällt zur Preisdifferenz leider nur so viel ein: „Die lokalisierten Preise reflektieren eine ganze Reihe von Gegebenheiten, die über die reine Lokalisierung hinausgehen. Neben den Kosten für die Übersetzung werden zusätzliche und rein lokal bezogene Ressourcen benötigt, beispielsweise für den Support in der jeweiligen Landessprache sowie für die komplette lokale Infrastruktur für Vertrieb und Kundenunterstützung.“

Das ist leicht gesagt, nur fallen in den USA sicherlich ähnliche Kosten an, um die Kundenunterstützung zu garantieren – so viel mehr sollte das Ausland nicht kosten oder man handelt als Konzern unwirtschaftlich. Das Thema „Preiserreichbarkeit“ könnte viel eher ein Thema sein und der rasche Ausgleich der 3,4 Mrd. Dollar aus dem Kauf von Macromedia. Nicht, dass ich kein Einsehen habe, dass man versucht den höchstmöglichen Preis zu erzielen – Thema Gewinnmaximierung (kennen wir schon von der Firma Apple) – aber 200 % mehr sind doch selbst für hartgesottene Verfechter der Marke Adobe (mich inbegriffen – treu seit 1994) etwas zu viel im Vergleich.

Unglaublich aber wahr: Längst tot geglaubte Softwareprodukte anderer Hersteller erleben zurzeit einen unheimlichen Aufschwung. Jetzt muss man in Agenturkreisen nicht nur Adobe-Software kaufen, sondern auch noch sämtliche Mitbewerber im Hause haben, denn Daten kommen künftig (noch mehr als ohnehin schon) in den unterschiedlichsten Formaten.

Momentan muss man bei vielen Kostenvoranschlägen die Budgets ohnehin zurückdrehen – da ist kaum noch Platz für ausgefallene Ideen. Und die Basis-Ausstattung Hard‑ und Software für einen Arbeitsplatz ist auch ohne Adobe schon teuer genug. „Typisch Deutsch: Immer jammern…“, hab ich mal gesagt. Inzwischen denke ich genau so. Ich störe mich nicht grundsätzlich daran, dass mit einer neuen Version auch neue Preise kommen und akzeptiere auch die leicht höheren Preise in Europa. Den aktuellen Aufschlag finde ich allerdings mehr als beanstandbar.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ein solcher Preisunterschied kaum realistisch sein kann. Die meisten von mir gefragten Entscheider in Agenturen kaufen nur wenige Lizenzen der neuen CS3 und bauen auf die durchgehende Versorgung mit älteren Versionen unter Windows XP – unter Vista läuft die CS2 bekanntermaßen ja nicht wirklich. Adobe dürfte das finanziell kaum auffallen. Der Imageschaden des Unternehmens stellt sich aus meiner Sicht allerdings als katastrophal dar!

Ich selbst verzichte aus zwei Gründen auf den Kauf einer CS3-Suite: Zum Einen halte ich die Suites im internationalen Vergleich für überteuert und möchte mit anderen Agenturen zusammen ein Zeichen setzen. Zum anderen komme ich mit CS2 gut klar, erhalte nahezu alle Daten in CS2-Formaten und kann beim eigenen Rechner auf Vista hoffentlich noch lange verzichten. Trotzdem werde ich – wie viele Andere vor mir – letzten Endes die teure Software kaufen. Es gibt für mich keine Alternative.

Schade, dass diese Petition noch keinen Ruck durch die Adobe-Spitze hat fahren lassen.

Vielleicht wacht ja mal irgendwann jemand auf, wenn wir das Thema etwas größer in den Blogs aufgreifen. Macht Meinung! Das Thema sollte öffentlicher diskutiert werden, nicht nur auf der Agenturterrasse!

 

Ein schlauer Mann hat mir mal gesagt:
„Auf dem Boden hocken – kalter A… .“

In diesem Sinne.

;)

Nachgetragen

  • Gerade erfahre ich von Peter, mit dem ich mich in den letzten Tagen öfters zum Thema unterhalten habe, dass die RAW-Daten der Canon EOS 1D Mark Ⅲ den Camera RAW Converter der CS3 benötigen. Kein Update für die CS2? – dabei unterstützen bereits kostenlose Programme wie IrfanView das Format…
  • Ja, die Abzocke?-Karikatur oben im Beitrag darf jedermann mit Hinweis auf den Beitrag verwenden – in jeder Form.
    Hier sind die Vektordaten.
  • Dieser Artikel soll das Image von Adobe in keiner Weise schädigen. Ich halte hohe Stücke auf die Software und kann ohne sie nicht leben. Es geht mir lediglich darum, das Thema „Höhere Preise für Software in Europa“ ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Im Falle der Creative Suite 3 sind die Kosten erschreckend hoch im Vergleich zur US-Version. Es bilde sich jeder selbst ein Urteil – Links finden sich weiter unten.

Ein paar Zitate

„Das ist ja mal der absolute Hammer. Wie will Adobe denn die Deutsche Software unter die Leute bringen wenn man sich so Hintergangen fühlt. […] Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit von Adobe.“ (Andreas)

„Bedeutet das jetzt, dass es für mich billiger währe einen Flug nach Amerika zu nehmen und die Version dort zu kaufen, als sie am heimischen Markt zu erstehen?“ (Nicolas)

Ich finde die Preispolitik reichlich unverschämt. Das läuft in allen Bereichen […] gleichermaßen ab. Sei es Software, Hardware, vom Wasserkocher übers Auto bis hin zur Spielkonsole. […] Europa wird halt ausgeblutet, weil es ja angeblich mehr Geld hat… […] Ich kaufe mir, wenn überhaupt die US-Version […] (hardy)

Viele von uns haben Adobe zum Quasi-Monopolisten im professionellen Bereich gemacht und jetzt gibt es langsam aber sicher die Quittung dafür. […] Und, ja, seit X3 arbeite ich hauptsächlich mit Produkten von Corel. (A.P.)

Weiterführende Links

Internationaler Preisvergleich der CS3
Warum laut Adobe die CS3 in Europa teurer ist
Aramex Shop & Ship. Produkte in Amerika kaufen und nach Hause schicken lassen.
Adobe CS3: In Europa doppelt so teuer
Adobe verärgert europäische Kunden mit hohen Preisen für CS3
Auswandern?
Diskussion im Fontblog
Gute Diskussion bei Ulf Theis
Kaufkraft schwach?
Schnäppchen…

Mittwoch

30.

Mai 2007

Erfahrungsbericht: Dell Latitude D820/Latitude D830

Vor einiger Zeit hat sich das Latitude D800, das mich stets begleitet hat mit einem Mainboard-Kurzschluss verabschiedet und wartet seitdem in Leipzig auf die Reparatur (bei Sparepartz). Meine Wahl fiel aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen mit Dell und der vorhandenen Peripherie (Port-Replikator, Monitor-Ständer) auf das Latitude D820 (jetzt Latitude D830 – es hat sich laut Aussage der Techniker jedoch so gut wie nichts geändert – außer dem Namen).

Nach der ersten Inbetriebnahme und der Installation von XP muss ich feststellen, dass das Display absolut inhomogen ausgeleuchtet ist. Von unten her ist die Ausleuchtung kräftig und nimmt verlaufsartig nach oben hin ab. In der rechten unteren Ecke ist ein deutlicher dunkler Fleck. Erfolg: Bei einer Kundenpräsentation fragt mich eine Kundin, warum ich einen Verlauf in die Präsentation gemacht habe, obwohl das Corporate Design dies nicht vorsieht!

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Ich rufe bei Dell an und bitte um Austausch des Displays. Ich müsse Fotos schicken, sagt man mir. Kein Problem – wozu haben wir die ganze Ausrüstung – ich schicke Fotos. „Das sieht ganz normal aus.“, versichert mir der Kundenbetreuer. Mir platzt der Kragen. „Das ist ein offensichtlicher Mangel.“, motze ich sanft Richtung Bratislava (wo die Kundenbetreuer wohl sitzen). „Okay, okay. Wir tauschen das aus.“

Am nächsten Tag erscheint ein freundlicher Techniker, nimmt das alte Panel raus (es ist ein Samsung-Panel) und steckt das neue (Samsung-Panel) ein. Ergebnis: Das exakt gleiche Bild. Verlauf und Fleck in der rechten, unteren Ecke.

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Meine Geduld ist am Ende, als der Kundenbetreuer mir am Telefon auch noch versichert, dass „dies den aktuellen Qualitätsstandard der Firma Dell darstelle“. “ Unter uns: Das alte D800-Display ist meiner Meinung nach um Meilen besser als das drei Jahre jüngere Panel! Sichtwinkel und Ausleuchtung sind absolute Spitzenklasse für ein LCD. Das neue ist (meiner Meinung nach) wirklich nicht zu gebrauchen, um bei Kunden einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Die „Eskalations-Abteilung“ (müsste das nicht De-Eskalations-Abteilung heißen?) von Dell meldet sich. Mit ruhiger, (fast gelangweilter) Stimme bemüht sich der neue Kundenberater meine Laune zu bessern. Nach einigem Geplänkel versichert er mir, dass der Bildschirm erneut getauscht wird – allerdings kann er mir nicht versprechen, ob mein Display ein Samsung oder LG-Panel haben wird (“Chancen sind 50 : 50!“).

Einen Tag später steht der Techniker mit einem „Refurbished“-Display vor der Tür – es ist von Sharp! Ich freue mich erst einmal (die Hoffnung stirbt zuletzt) und warte gebannt, während der Techniker sich daran macht das Notebook in Einzelteile zu zerlegen. Eine Schraube klemmt. Zwei Minuten später ist klar, dass er die Schraube durchgedreht hat und wir heute keinen neuen Bildschirm mehr in das Gehäuse bekommen. Frust.

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Heute dann die Erlösung. Neuer Techniker, neues Glück. Er hat alles dabei – 15 Minuten später kann ich neu starten. Ergebnis: Ausleuchtung nicht perfekt aber durchweg besser – fast so wie bei meinem alten D800. Leider immer noch ein dunkler Fleck in der rechten, unteren Ecke (der aber kaum zu sehen ist und mich persönlich nicht so extrem stört).

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Fazit: Ich persönlich bin nicht vollständig zufrieden mit der Display-Qualität von Dell was das Latitude D820 (jetzt wohl Latitude D830) angeht, akzeptiere aber die finale Lösung. Nach fast acht Jahren hat Dell es geschafft mein Vertrauen zu verlieren. Für Präsentationen werde ich nach wie vor das D800 einsetzen, das mir auch optisch besser gefällt. Wir werden sehen was die Zukunft bei Dell bringt.

Lob am Rande: Der technische Service arbeitet erstklassig – am nächsten Arbeitstag steht der freundliche Techniker mit Material vor der Tür. Die Performance des Notebooks ist durchweg sehr gut, auch wenn man den Sprung vom D800 auf das D820 (bei Windows XP) nicht wirklich spürt.



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