Archiv für die Kategorie „Agenturleben“

Donnerstag

21.

Oktober 2010

Good F****** Design Advice

Durch die Ratschläge von „Good fucking design advice muss man sich als bekennender Agenturmensch einfach mal geklickt haben. Ein großer Spaß für’s ganze Team… :)

„Because sometimes, being your own worst critic is not enough.“
Good Design Advice

Freitag

2.

Januar 2009

Design Police | Die Designpolizei

Wer jeden Tag mit Kreativen zu tun hat und deren Arbeiten bewerten oder freigeben muss, dürfte an den Sticker-Vorlagen von design-police.org Gefallen finden.

Bei der nächsten PDF-Freigabe werde ich ein paar der Sticker per Copy/Paste als Kommentar-Grafik einfügen. :)

design-police

Die Sticker gibt es hier zum Download als PDF.

Donnerstag

7.

August 2008

Agentureinrichtung – This Ain’t No Disco

Einblicke in die Einrichtungswelt vieler Agenturen weltweit liefert der hervorragende Flickr-Fotostream This Ain’t No Disco. Hier sieht man z.B. zum Spielen einladende Tischtennisplatten zwischen den Werber-Schreibtischen oder den verspielt eingerichteten Flur von Crowell Advertising (aus Utah):

Einrichtung Agentur
Montag

7.

Juli 2008

Das kauf‘ ich Euch nicht ab!

Ein bekannter Elektronik-Fachhändler hat vor Kurzem eine reizvolle Kampagne mit 25 % auf einige Artikel gestartet. Grund genug für unsere Agentur, einige geplante Neuanschaffungen vorzuziehen und nach einiger Rechnerei ein paar der Angebote wahrzunehmen.

Unter Anderem war ein Canon EOS 5D-Kit (mit 24–70mm Objektiv) unter den Schnäppchen, das uns zusammen mit der Cashback-Aktion von Canon eine ordentliche Ersparnis bringt. Mein Kollege staunt allerdings nicht schlecht, als er in der Produktverpackung auch ein Reparaturschreiben von Canon entdeckt. Laut diesem Original-Schreiben vom 26.02.2008 gab es eine „Gewalteinwirkung auf den CMOS-Sensor“, so dass dieser getauscht werden musste – weitere Reparaturarbeiten wurden auch durchgeführt!

Canon Reparaturschreiben

Für uns ein klarer Fall: Dieser Body war beschädigt und geht zurück. Der Kollege ruft die Wuppertaler Filiale an, in der die EOS 5D erstanden wurde und schildert das Problem. Am anderen Ende stellt sich der Marktleiter zunächst dumm und besteht darauf, dass der Body von Canon so als „Neuware“ geliefert wurde (der Reparaturschein weist den Fachhändler jedoch als Auftraggeber der Reparatur aus…). Er bietet zwar Ersatz, jedoch kann er nicht zusichern, dass man auch den verloren gegangenen Cashback-Rabatt erstattet, denn eine neue Kamera kann er erst in einigen Wochen liefern, wenn die Cashback-Aktion bereits abgelaufen ist.

Mein Kollege ruft Canon an und schildert den Fall mit der Bitte Cashback auch für die Austauschkamera anzubieten. Stille am anderen Ende der Leitung, als er die Seriennummer nennt. „Öhm, … Cashback machen wir, aber … von diesen Body würde ich Ihnen – abraten …“, sagt der freundliche Canon-Mitarbeiter, „… er hat bereits 21.800 Auslösungen hinter sich!“.

Was genau mit diesem Body passiert ist und wessen Schuld es ist, dass dieses Gerät in den Handel gelangt ist, werden wir wohl nicht erfahren – es ist aber ein Armutszeugnis für einen renommierten Fachhändler, dass ein solches Gerät verkauft wird, denn rein optisch ist kein Mangel zu erkennen. Ersatz wird angeboten und es ist sicher ein Ausnahmefall, doch es bleibt der fade Beigeschmack, dass wahrscheinlich keiner etwas gemerkt hätte, wenn nicht das Reparaturschreiben in der Verpackung gewesen wäre…

Mittwoch

28.

Mai 2008

Corporate Design Vorlagen

Wer schnell einmal ein neues Corporate Design auf verschiedenen Materialien präsentieren möchte, ist mit den kostenlosen Vorlagen für Mock-Ups von CreativeBits gut beraten. In verschiedenen Kategorien gibt es allerhand Fotomaterial, in das eigene Designs schnell eingefügt werden können.

Corporate Design Vorlagen

Kategorien

Geschäftsausstattung
Verpackungen
Give-Aways
Multimedia
Außenwerbung

Ein neuer Dienstleister im Bereich Corporate Design Mock-Ups ist übrigens self3D – hier werden aus eigenen Vorlagen fertige Mock-Ups gerendert, allerdings ist dieser Service nicht kostenlos.

Zur Einführung verlose ich 3 × 1 kostenloses Rendering (Wert jeweils 39,00 Euro) unter allen Kommentatoren dieses Beitrags. Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barauszahlung des Gewinns. ;)

Gewonnen (durch Ziehung) haben: Andre, Sebastian und Henning. Die Gutscheine sind unterwegs – ein kurzer Erfahrungsbericht zu dem Dienst wäre interessant. :)

Montag

26.

Mai 2008

TFT-Monitor und Augenprobleme

Es fing alles mit dem Umzug in unser neues Büro an. Mein EIZO – wohl einer der besten TFT-Monitore, die ich je besitzen durfte – ist flugs aufgestellt und wird direkt für die Bewältigung des Tagesgeschäftes benutzt. Ich kalibriere mit Pantone huey, richte den Monitor auf dem Schreibtisch so ein, dass ich kein Fenster im Hintergrund habe und arbeite los. „Fein“, denke ich – „so ein schönes Gerät!“.

Einige Wochen später. Mit täglich 8–14 Stunden Aufenthalt vor dem Bildschirm und einer totalen Verschiebung meiner Nutzungsgewohnheiten (deutlich mehr Lesetätigkeiten als Bildbearbeitung) beginnen plötzlich Schmerzattacken in den Augen, im Kopf und eine stark verzögerte Adaption an die Lichtverhältnisse auf der Autobahn nach der Arbeit.

Hier kommen nun hilfreiche Maßnahmen, die meine Probleme innerhalb einer Woche komplett gelöst haben:

  1. Herabsetzen der Leuchtdichte
    Der EIZO TFT-Monitor gibt bei 20 % Helligkeit ein zunächst gewöhnungsbedürftiges, aber dennoch ausreichend helles Bild ab. Viele LCD-Monitore sind ab Werk viel zu hell eingestellt und belasten auf Dauer die Augen. Daher: Lieber etwas zu dunkel als dauerhaft zu hell!
  2. Umriss/Schärfe herabsetzen
    Viele LCD-Monitore bieten die Möglichkeit die werksseitige Kantenversteilerung, die zu mehr Bildschärfe führt, auszuschalten oder herabzusetzen. Liest man viel täglich lange Texte mit scharfem Umriss auf dem Bildschirm, ermüden die Augen (meines Erachtens) relativ schnell. Bei meinem Monitor ist die Funktion „Umriss“ nicht nur falsch geschrieben, sondern versteckt sich auch gut im Menü „Farbe“. Bei „-1“ habe ich eine für mich optimale Einstellung gefunden.
  3. Lichtschutzblende
    Eine EIZO-Lichtschutzblende kostet aktuell ca. 160,00 Euro, wenn sie nicht schon im Lieferumfang enthalten ist. Tipp: Ist für den Monitor keine Lichtschutzblende lieferbar, sollte auch eine Eigenkonstruktion aus mattem(!), schwarzem Bastelkarton ausreichen. Hier geht es nicht nur darum störende Reflexionen auszuschalten, sondern zu verhindern, dass das Auge auf unterschiedliche Lichtverhältnisse trifft, gerade wenn es beim Lesen an die Monitorränder springt und dort zum einen Teil ein helles Fenster, zum anderen Teil den Monitor vor sich hat.

Ich hoffe die obigen Maßnahmen können dem ein oder anderen ebenfalls helfen und freue mich über Erfahrungsberichte… ;)

Montag

5.

Mai 2008

Restart

„Willkommen bei WordPress. Dies ist Ihr erster Beitrag.“ – So begrüßt mich die neueste Version der hochgelobten Bloggersoftware, nachdem ich die MySQL-Datenbank von Version 3.0.Jerusalem auf eine neue 5er-Version updaten musste. Ein Vorgang, der seither erst einmal sämtliche Beiträge friedlich auf dem Datenfriedhof unseres Lieblingshosters dahinschlummern lässt. Ich arbeite daran …

Das hat man davon, wenn man ein geplantes Update lange vor sich her schiebt und eigentlich gar keine rechte Zeit zur Pflege von Blog und Software findet. Einen Neustart – auch visuell – hatte ich schon lange geplant. Mal sehen, ob die Zeit dafür auch künftig reicht. ;)

Meine lange Blog-Abstinenz hat eigentlich nur einen Grund: THAVIS.

Aus einer guten Idee wurde innerhalb eines Jahres eine grundsolide Agentur für interaktive Produktpräsentation – sämtliche anderen Aktivitäten rutschten in der Priorität folglich ganz weit nach unten. Ich komme jetzt erst zu einer kurzen Verschnaufpause bevor es nach dem verlängerten Wochenende wieder richtig losgeht.

Was macht THAVIS? – Hier ein kurzer Auszug aus der ersten Pressemitteilung:

Die Synthese von Fotografie und Multimedia zu einzigartigen Inszenierungen ist das Spezialgebiet des Kölner Unternehmens THAVIS | Agentur für interaktive Produktpräsentation. Mit ihren Kernkompetenzen in Spezialfotografie und Multimedia beraten die Experten von THAVIS Unternehmen, wie sie den Erlebniswert ihrer Marken steigern und die immer höher werdenden Erwartungen ihrer Kunden erfüllen. […] Zum Leistungsportfolio von THAVIS zählen außer 360°-Produktanimationen weitere Lösungen für das E-Business, wie elektronische Produktkataloge, interaktive Handbücher sowie interaktive Fortbildungsveranstaltungen, Präsentationen und Vorträge. Die Experten für Spezialfotografie erstellen außerdem interaktive Panoramaaufnahmen und Hochbilder sowie spezielle Luftbildpanoramen für Architektur und Veranstaltungen.

Natürlich wird es bedingt durch meine berufsbedingte Neuorientierung auch neue Inhalte im Blog geben, obschon ich plane hier auch regelmäßig über Corporate Design und natürlich weiterhin über das Agenturleben an sich zu schreiben.

Entschuldigen möchte ich mich bei all denen, die mir per E-Mail, Kommentaren oder sogar Anrufen Informationen über Relaunches, Redesigns und eigenen Projekten zukommen ließen – ich habe in den seltensten Fällen mehr als eine Standardantwort versenden können – ich hoffe auf Verständnis. Inzwischen gibt es aber auch so viele (gute) Designblogger, dass ich bisweilen gar nicht mehr wusste wo ich in der spärlichen Freizeit überhaupt noch lesen sollte. Für Lesetipps bin ich allerdings ab sofort wieder sehr dankbar. ;)

Ich hoffe sehr, dass es noch einige Leser gibt (aufwachen!), gelobe wie immer nach diesen Zwangspausen Besserung (wer‘’s glaubt…) und freue mich auf die kommende Zeit!

Nachtrag: Dem Datenbank-Update sind leider die bisherigen Kommentare zum Opfer gefallen… Sorry ;)

Mittwoch

2.

Januar 2008

Die 10 häufigsten Kundenwünsche

Nachdem ich im Beitrag Machen Sie das Logo größer auf den starken Einfluss des Kunden auf das Gesamtergebnis einer Agenturleistung hingewiesen habe, kamen einige Vorschläge zu den „Top 10“ der Kundenwünsche von Eurer Seite. Hier kommt nun die aufgearbeitete Version, vermischt mit einigen meiner Erfahrungen.

1. Das Logo ist zu klein!

„Huch, mein/unser Unternehmen kommt zu kurz oder wird zu klein dargestellt.“
Das scheint wirklich der oberste Kundenwunsch zu sein. Ein kleines Logo lässt auch die Firma „klein“ wirken – so sehen das die meisten Kunden. Für ein zu klein geratenes Logo gibt es ästhetische und technische Gründe. Hinsichtlich der Ästhetik muss man sich als Gestalter fragen, ob man das Logo nicht unterbewusst runterskaliert hat, weil es einfach schäbig aussieht – man versucht es zu „verstecken“ und in ein aktuell wirkendes Layout zu „pressen“. In diesem Fall empfiehlt es sich das Logo zu vergrößern und das Layout darauf abzustimmen. Auf keinen Fall einfach vergrößern und abschicken, nach dem Motto „Gucken Sie mal wie schlimm das aussieht“ – das löst oft eine Trotzreaktion aus und man hat die Abnahme für den Griff ins Klo postwendend auf dem Tisch liegen… Wenn das Logo eigentlich ausreichend groß ist und der Kunde immer noch unzufrieden ist, hat man einfach einen Menschen mit einem anderen Sinn für Ästhetik vor sich – da hilft eigentlich nichts. Hier sollte jeder für sich selbst entscheiden wie er vorgeht. Ich bin immer ein Freund davon mit sinnvollen Argumenten – auf das jeweilige Medium bezogen – den Kunden vor einem Designschaden zu bewahren (“Wenn wir das Logo so groß machen, müssen wir das Menü erweitern, dadurch haben wir im Content-Bereich 50px weniger Platz und können die Vorschau auf Ihre Diagramme nur noch 380px groß machen.“).

2. „Da muss ich erst meine Frau/meinen Mann fragen.“

„Ich bin unsicher und Ihre Meinung reicht mir nicht.“
Diese Kandidaten sind entweder unsicher und brauchen die helfende Hand Ihres Partners – wie wahrscheinlich in jeder Lebenslage – oder suchen eine Möglichkeit sich Zeit zu verschaffen, um eine Nacht über die Sache zu schlafen und dann am nächsten Tag die gefestigte Meinung zu präsentieren. Dann bietet sich natürlich an, eine Ablehnung des Designs auf den Partner zu schieben („Meiner Frau hat das nicht gefallen. Können Sie das Logo größer machen?“).

3. „Wir haben/ich habe das in PowerPoint/Word mal entworfen. Bitte so.“

„Wir kennen die Anforderungen an das Layout. Sie machen das nur schöner!“
Das ist ein ganz undankbarer Fall für beide Seiten. Der Kunde investiert viel Arbeit in ein Layout und macht sich Gedanken über die Platzierung der Informationen. Der Gestalter setzt diesen – meist total verkorksten und unsinnigen – Vorschlag um, und ist gezwungen einen weiteren, sinnvollen Vorschlag zu gestalten, der das Projekt letztendlich rettet. Setzt man den Kundenwunsch nicht um, gibt es Ärger. Diskutiert man im Vorfeld, ärgert sich der Kunde über den frechen Designer, der seine Leistung anzweifelt. Eine echte Zwickmühle.

4. „Deadline ist Morgen, 15:00 Uhr… – Hallo?! Sind Sie noch dran?“

„Wir haben das letzte halbe Jahr geschlafen – Sie müssen uns helfen.“
Kommt immer wieder vor. Ein ganz nachvollziehbarer Fall, denn fast überall werden wichtige Entscheidungen zu lange hinausgezögert. Manchmal haben Verantwortliche auch schlicht und einfach ein Detail vergessen, wie etwa eine Messe-Show für den zweiten Monitor auf dem Messestand oder eine CD-ROM als Give-away. Das sind eigentlich die Fälle, bei denen man sich noch fühlen darf wie MacGyver und in wenigen Nachtschichten Großes „zaubern“ kann. Ich bin immer wieder erstaunt über den Output solcher Aktionen.

5. Zu viele Informationen/Text für das Medium – Thema Whitespace

„Inhalte verknappen ist doch nix – epische Breite rules…“
Viele Entscheider können Inhalte nicht verknappen. Wenn gescheite Texter oder Erfahrungswerte fehlen ist es sehr schwierig die Kernaussagen auf das Wesentliche zu reduzieren. Da muss die Agentur schnell für eine ordentliche Lösung sorgen, meine ich – Texter anrufen, Gegenvorschlag anfertigen, präsentieren. Done. Wenn der Kunde dann immer noch beratungsresistent auf dem Roman im Anzeigenblatt beharrt – machen.

6. Lassen Sie es aussehen wie …

„Der Firma XY geht es gut. Knüpfen wir an dieses Erfolgskonzept werblicher Evolution an.“
Inspiration: Ja. Abkupfern: Nein. Diese klare Position finde ich extrem wichtig. Man sollte dem Kunden aber auch vermitteln können, dass es durchaus sinnvoll sein kann – ja sogar essentiell ist – sich innerhalb einer Branche von der Konkurrenz klar abzuheben. „Und wenn alle Ihre Konkurrenten von der Brücke springen … springen Sie dann auch?“ – „Nee, dann verkoof ick allet und fahr‘ of die Bahamas.“

7. Wir kaufen keine Schriftart. Nehmen Sie einfach die Arial (ComicSans, Verdana, Tahoma).

„Dafür haben wir kein Geld. Liefern Sie uns Lösungen, keine Probleme.“
Es kann durchaus Sinn machen gemeinsame Nenner zu finden und darauf ein Corporate Design aufzubauen – gerade bei kleinen Unternehmen, die im Guerilla-Stil über den Globus verteilt sind. Auch ich habe die Arial in einem Styleguide eingesetzt – zwar nur als Fallback von der Helvetica Neue – trotzdem fester Bestandteil, gerade in PowerPoint-Präsentationen, etc.. Und nein, ich bereue nichts. ;)

8. Wir möchten alle Inhalte selbst einpflegen!

„Mein Neffe ist da pfiffig.“
Das wird in jedem CMS besonders dann lustig, wenn auch noch auf die entsprechende Schulung verzichtet wird. Was der unsachgemäße Einsatz des RichTextEditors verursachen kann ist dann nichts im Vergleich zu einem Kunden der Admin spielt und die Hintergrundfarbe von #ffcc00 auf #fcff00 ändert …

9. Bitte mehr Farbe. Bitte diese Farbe.

„Meinen Sie das etwa ernst mit den Schwarzweiß-Bildern?“
Auch immer wieder gerne: Farbvorschläge. Hatte ich so schon mal mit einer Kundin. „Bitte Rot. Bitte mehr Rot.“ – am Ende: „Das ist mir zu Rot. Warum haben Sie das so Rot gemacht.“. Ich bin trotzdem der Meinung, dass man auf den Wunsch zu „mehr Farbe“ immer eingehen sollte.

10. Vom Styleguide abweichen.

„Das Logo bitte links unten wie im Styleguide“ – Der Styleguide sagt aber: rechts oben. – „Ihnen fällt da schon was ein.“
Ob man von Design Guidelines abweicht, sollte man immer im Einzelfall entscheiden. Manche Kunden geben nichts auf Corporate Design – der Zweck heiligt die Mittel. Von dieser Kundengruppe wird erfahrungsgemäß auch gerne mal das rotierende @-Zeichen angefragt. ;)

Ich freue mich auf weitere Anregungen zum Thema und Ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2008!

Donnerstag

15.

November 2007

Wer braucht schon Designer?

Dass ich vor dem Urlaub mit dem Thema Kundenwünsche nah am Trend lag, zeigt eine wirklich nett gemachte Seite, die sich mit Artikeln für Kunden von „unfähigen“ Designern beschäftigt: whoneedsdesigners.com.

who needs designers

Diese machen das Logo immer zu klein, nutzen zu schlichte Farbpaletten und verzichten auf kitschige Eyecatcher. Aber jetzt gibt es ja Gott sei Dank die Lösung aller Probleme. ;)

Freitag

19.

Oktober 2007

Machen Sie das Logo größer!

„Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ (Volksweisheit)

Das höre ich immer wieder von Kundenseite, wenn es Diskussionsbedarf in Sachen Design, Layout, Typo, undsoweiter gibt. Wir, die Agentur (Angler) muss ja nur den richtigen Köder (Wurm) auswerfen, um den Fisch (Kunden – für unseren Kunden) anzulocken – ob mir passt wie die Kampagne, Postkarte, Website, Microsite, et cetera aussieht oder eben nicht. Content is King war gestern. Client is King war today. Und das ist in meinen Augen auch zu 100 % richtig so. So verstehe ich meinen, unseren, Euren Job. Ich berate, entwerfe, bilde mich fort und versuche dem Kunden das Bestmögliche zu geben – im Idealfall das, was beiden Seiten gefällt. Ich entgegne auf den obigen Spruch vielleicht noch:

„Erfahrene Angler wissen einfach welche Würmer schmecken!“ (M. Hömmerich),

und versuche mit einem gewinnenden Augenaufschlag Vertrauen zu erringen und zu prüfen wie ernst ein auf den ersten Blick schlechter Vorschlag gemeint ist.

Fast wie in Zeitlupe kann man nach diesem Spruch den Entscheidungsprozess seines Gegenübers verfolgen, sehen wie die Entscheidung gegen Einen kippt und meist hört man danach Sätze wie: „Nein, nein. Ich bin immer noch der Meinung wir müssen das Logo größer machen. Das kann doch keiner lesen – in der U-Bahn, wenn .. ja wenn man da sitzt und sieht das Plakat. Wie am Times Square in New Orl.. äh York – Ikea, Virgin Records, Sony.. So! Verstehen Sie?“ – „Ja aber natürlich, Herr Wichtig. Machen wir so. Ich finde auch, dass man mindestens 60 % der Anzeigenfläche für das Logo nutzen sollte, nachdem Sie von den fünf DIN A4-Seiten Inhalt schon Drei streichen mussten.“

Versteht mich nicht falsch – wenn ein Kunde das so sieht handelt er nach Gefühl. Ich sage mir dann oft selbst „Komm runter vom hohen Ross und denk‘ Dich besser ein.“, versuche nachzuvollziehen was für ein Film da gerade läuft und ob ich etwas übersehen haben könnte. Fakt ist, dass Kunden Ihre Klientele manchmal besser kennen und die Überarbeitungen uns oft nicht so gefallen wie der erste Entwurf – Arial im Styleguide kann halt richtig weh tun – und trotzdem bringt der Kunde vielleicht die passenden Gründe, um es doch zu tun. Wir lernen jeden Tag dazu.

In letzter Zeit habe ich meine Arbeit im Weblog mit etwas Abstand betrachten können und auch viele andere Designblogs studiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass Agenturen nahezu wahllos an den Pranger gestellt werden, nur weil hier und da Patzer passieren, der angeblich falsche Font benutzt wurde, die Kampagne einer Kampagne von Volkswagen aus dem Jahr Neunzehnhundertblumenkohl ähnelt – oder irgend etwas Banales raussprudelt, frei nach dem Motto: „Ha, ha – noch ein Typofehler!“. Volkssport Deppenleerzeichen Suche. Na, gefunden? – Toll!

Agenturen muss man am Querschnitt ihrer Arbeiten der letzten Zeit bewerten. Es ist mir langsam auch ein Dorn im Auge, dass viele noch-so-tolle Design-Heroes etwa bekannte Online-Shops verreißen, die ganz offensichtlich mies aussehen, ohne zu überdenken, dass dies DAS entscheidende Kriterium für viele Kunden ist dort einzukaufen. Als ein 1-Euro-Shop in einer deutschen Stadt die gesamte Geschäftsausstattung änderte, von „Nur 1Euro!“-Pappschildern auf hochwertig Gedrucktes umstieg und das Ladenlokal nur leicht veredelte, fiel der Umsatz um mehr als die Hälfte.

Man fährt ja auch nicht mit dem Porsche zum Akquisegespräch, oder?

Fazit:

  • 1. Agentur UND Kunde sind für das Ergebnis verantwortlich.
  • 2. Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
  • 3. Man kann nur verändern, was verändert werden will.

Zum Schluss sammeln wir die Top-Ten der wilden Kundenwünsche in den Kommentaren und ich werte das Ganze nach einer Woche aus. Mal sehen was dabei so herumkommt. Ich freu mich jedenfalls schon drauf! ;)

Nachtrag: Top 10 der Kundenwünsche.