Archiv für die Kategorie „Agenturleben“

Donnerstag

9.

August 2007

Adobe CS3: Teuer in Europa, oder: Wie verliere ich Kunden trotz Monopol?

In der letzten Zeit höre ich in Agenturen, Druckereien und der restlichen Medienbranche nur noch ein Thema: Adobe hat in Europa höhere Preise als in den USA. Hierzulande zahlt man fast das Doppelte für die Adobe Creative Suite CS3! Ein Umstand, der den meisten Kollegen schwer zu schaffen macht. Da ich eigentlich Pro-Adobe bin, möchte ich diese Story nutzen, um doch mal wieder einen Beitrag (trotz Zeitmangel) zu verfassen – denn das Thema CS3 brennt in deutschen Agenturhütten. Und zwar lichterloh!

Abzocke?

Art-Direktoren brüllen auf Agenturbalkonen und verschütten wild gestikulierend Kaffee, gestandene Geschäftsführer nutzen Kontakte in den USA, um sich mit englischen CS3-Versionen einzudecken (die Preisdifferenz für die Master Collection betrug heute bei amazon.com/.de stolze 1.795,81 Euro), Praktikanten tippen Übersetzungen der Photoshop-Menüs und kopieren diese für alle Mitarbeiter. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind stinksauer auf Adobe. Ich erfahre in allen Medien‑ und Werbeagenturen gerade einen Wind gegen Adobe, den sich die Firma selbst sicher nicht vorstellen kann! Adobe hat in Europa das Gesicht verloren, möchte man meinen. In den letzten zwei Wochen, habe ich fast täglich Gespräche zum Thema geführt und mich letzten Endes überzeugen lassen, dass es kaum Argumente für eine derart drastische Preiserhöhung geben kann. Was den Agenturen mit zu geringer Kaufkraft widerfährt zwingt zu Erfindungsreichtum.

Adobe fällt zur Preisdifferenz leider nur so viel ein: „Die lokalisierten Preise reflektieren eine ganze Reihe von Gegebenheiten, die über die reine Lokalisierung hinausgehen. Neben den Kosten für die Übersetzung werden zusätzliche und rein lokal bezogene Ressourcen benötigt, beispielsweise für den Support in der jeweiligen Landessprache sowie für die komplette lokale Infrastruktur für Vertrieb und Kundenunterstützung.“

Das ist leicht gesagt, nur fallen in den USA sicherlich ähnliche Kosten an, um die Kundenunterstützung zu garantieren – so viel mehr sollte das Ausland nicht kosten oder man handelt als Konzern unwirtschaftlich. Das Thema „Preiserreichbarkeit“ könnte viel eher ein Thema sein und der rasche Ausgleich der 3,4 Mrd. Dollar aus dem Kauf von Macromedia. Nicht, dass ich kein Einsehen habe, dass man versucht den höchstmöglichen Preis zu erzielen – Thema Gewinnmaximierung (kennen wir schon von der Firma Apple) – aber 200 % mehr sind doch selbst für hartgesottene Verfechter der Marke Adobe (mich inbegriffen – treu seit 1994) etwas zu viel im Vergleich.

Unglaublich aber wahr: Längst tot geglaubte Softwareprodukte anderer Hersteller erleben zurzeit einen unheimlichen Aufschwung. Jetzt muss man in Agenturkreisen nicht nur Adobe-Software kaufen, sondern auch noch sämtliche Mitbewerber im Hause haben, denn Daten kommen künftig (noch mehr als ohnehin schon) in den unterschiedlichsten Formaten.

Momentan muss man bei vielen Kostenvoranschlägen die Budgets ohnehin zurückdrehen – da ist kaum noch Platz für ausgefallene Ideen. Und die Basis-Ausstattung Hard‑ und Software für einen Arbeitsplatz ist auch ohne Adobe schon teuer genug. „Typisch Deutsch: Immer jammern…“, hab ich mal gesagt. Inzwischen denke ich genau so. Ich störe mich nicht grundsätzlich daran, dass mit einer neuen Version auch neue Preise kommen und akzeptiere auch die leicht höheren Preise in Europa. Den aktuellen Aufschlag finde ich allerdings mehr als beanstandbar.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ein solcher Preisunterschied kaum realistisch sein kann. Die meisten von mir gefragten Entscheider in Agenturen kaufen nur wenige Lizenzen der neuen CS3 und bauen auf die durchgehende Versorgung mit älteren Versionen unter Windows XP – unter Vista läuft die CS2 bekanntermaßen ja nicht wirklich. Adobe dürfte das finanziell kaum auffallen. Der Imageschaden des Unternehmens stellt sich aus meiner Sicht allerdings als katastrophal dar!

Ich selbst verzichte aus zwei Gründen auf den Kauf einer CS3-Suite: Zum Einen halte ich die Suites im internationalen Vergleich für überteuert und möchte mit anderen Agenturen zusammen ein Zeichen setzen. Zum anderen komme ich mit CS2 gut klar, erhalte nahezu alle Daten in CS2-Formaten und kann beim eigenen Rechner auf Vista hoffentlich noch lange verzichten. Trotzdem werde ich – wie viele Andere vor mir – letzten Endes die teure Software kaufen. Es gibt für mich keine Alternative.

Schade, dass diese Petition noch keinen Ruck durch die Adobe-Spitze hat fahren lassen.

Vielleicht wacht ja mal irgendwann jemand auf, wenn wir das Thema etwas größer in den Blogs aufgreifen. Macht Meinung! Das Thema sollte öffentlicher diskutiert werden, nicht nur auf der Agenturterrasse!

Ein schlauer Mann hat mir mal gesagt:
„Auf dem Boden hocken – kalter A… .“

In diesem Sinne.

;)

Nachgetragen

  • Gerade erfahre ich von Peter, mit dem ich mich in den letzten Tagen öfters zum Thema unterhalten habe, dass die RAW-Daten der Canon EOS 1D Mark Ⅲ den Camera RAW Converter der CS3 benötigen. Kein Update für die CS2? – dabei unterstützen bereits kostenlose Programme wie IrfanView das Format…
  • Ja, die Abzocke?-Karikatur oben im Beitrag darf jedermann mit Hinweis auf den Beitrag verwenden – in jeder Form.
    Hier sind die Vektordaten.
  • Dieser Artikel soll das Image von Adobe in keiner Weise schädigen. Ich halte hohe Stücke auf die Software und kann ohne sie nicht leben. Es geht mir lediglich darum, das Thema „Höhere Preise für Software in Europa“ ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Im Falle der Creative Suite 3 sind die Kosten erschreckend hoch im Vergleich zur US-Version. Es bilde sich jeder selbst ein Urteil – Links finden sich weiter unten.

Ein paar Zitate

„Das ist ja mal der absolute Hammer. Wie will Adobe denn die Deutsche Software unter die Leute bringen wenn man sich so Hintergangen fühlt. […] Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit von Adobe.“ (Andreas)

„Bedeutet das jetzt, dass es für mich billiger währe einen Flug nach Amerika zu nehmen und die Version dort zu kaufen, als sie am heimischen Markt zu erstehen?“ (Nicolas)

Ich finde die Preispolitik reichlich unverschämt. Das läuft in allen Bereichen […] gleichermaßen ab. Sei es Software, Hardware, vom Wasserkocher übers Auto bis hin zur Spielkonsole. […] Europa wird halt ausgeblutet, weil es ja angeblich mehr Geld hat… […] Ich kaufe mir, wenn überhaupt die US-Version […] (hardy)

Viele von uns haben Adobe zum Quasi-Monopolisten im professionellen Bereich gemacht und jetzt gibt es langsam aber sicher die Quittung dafür. […] Und, ja, seit X3 arbeite ich hauptsächlich mit Produkten von Corel. (A.P.)

Weiterführende Links

Internationaler Preisvergleich der CS3
Warum laut Adobe die CS3 in Europa teurer ist
Aramex Shop & Ship. Produkte in Amerika kaufen und nach Hause schicken lassen.
Adobe CS3: In Europa doppelt so teuer
Adobe verärgert europäische Kunden mit hohen Preisen für CS3
Auswandern?
Diskussion im Fontblog
Gute Diskussion bei Ulf Theis
Kaufkraft schwach?
Schnäppchen…

Mittwoch

30.

Mai 2007

Erfahrungsbericht: Dell Latitude D820/Latitude D830

Vor einiger Zeit hat sich das Latitude D800, das mich stets begleitet hat mit einem Mainboard-Kurzschluss verabschiedet und wartet seitdem in Leipzig auf die Reparatur (bei Sparepartz). Meine Wahl fiel aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen mit Dell und der vorhandenen Peripherie (Port-Replikator, Monitor-Ständer) auf das Latitude D820 (jetzt Latitude D830 – es hat sich laut Aussage der Techniker jedoch so gut wie nichts geändert – außer dem Namen).

Nach der ersten Inbetriebnahme und der Installation von XP muss ich feststellen, dass das Display absolut inhomogen ausgeleuchtet ist. Von unten her ist die Ausleuchtung kräftig und nimmt verlaufsartig nach oben hin ab. In der rechten unteren Ecke ist ein deutlicher dunkler Fleck. Erfolg: Bei einer Kundenpräsentation fragt mich eine Kundin, warum ich einen Verlauf in die Präsentation gemacht habe, obwohl das Corporate Design dies nicht vorsieht!

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Ich rufe bei Dell an und bitte um Austausch des Displays. Ich müsse Fotos schicken, sagt man mir. Kein Problem – wozu haben wir die ganze Ausrüstung – ich schicke Fotos. „Das sieht ganz normal aus.“, versichert mir der Kundenbetreuer. Mir platzt der Kragen. „Das ist ein offensichtlicher Mangel.“, motze ich sanft Richtung Bratislava (wo die Kundenbetreuer wohl sitzen). „Okay, okay. Wir tauschen das aus.“

Am nächsten Tag erscheint ein freundlicher Techniker, nimmt das alte Panel raus (es ist ein Samsung-Panel) und steckt das neue (Samsung-Panel) ein. Ergebnis: Das exakt gleiche Bild. Verlauf und Fleck in der rechten, unteren Ecke.

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Meine Geduld ist am Ende, als der Kundenbetreuer mir am Telefon auch noch versichert, dass „dies den aktuellen Qualitätsstandard der Firma Dell darstelle“. “ Unter uns: Das alte D800-Display ist meiner Meinung nach um Meilen besser als das drei Jahre jüngere Panel! Sichtwinkel und Ausleuchtung sind absolute Spitzenklasse für ein LCD. Das neue ist (meiner Meinung nach) wirklich nicht zu gebrauchen, um bei Kunden einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Die „Eskalations-Abteilung“ (müsste das nicht De-Eskalations-Abteilung heißen?) von Dell meldet sich. Mit ruhiger, (fast gelangweilter) Stimme bemüht sich der neue Kundenberater meine Laune zu bessern. Nach einigem Geplänkel versichert er mir, dass der Bildschirm erneut getauscht wird – allerdings kann er mir nicht versprechen, ob mein Display ein Samsung oder LG-Panel haben wird (“Chancen sind 50 : 50!“).

Einen Tag später steht der Techniker mit einem „Refurbished“-Display vor der Tür – es ist von Sharp! Ich freue mich erst einmal (die Hoffnung stirbt zuletzt) und warte gebannt, während der Techniker sich daran macht das Notebook in Einzelteile zu zerlegen. Eine Schraube klemmt. Zwei Minuten später ist klar, dass er die Schraube durchgedreht hat und wir heute keinen neuen Bildschirm mehr in das Gehäuse bekommen. Frust.

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Heute dann die Erlösung. Neuer Techniker, neues Glück. Er hat alles dabei – 15 Minuten später kann ich neu starten. Ergebnis: Ausleuchtung nicht perfekt aber durchweg besser – fast so wie bei meinem alten D800. Leider immer noch ein dunkler Fleck in der rechten, unteren Ecke (der aber kaum zu sehen ist und mich persönlich nicht so extrem stört).

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Fazit: Ich persönlich bin nicht vollständig zufrieden mit der Display-Qualität von Dell was das Latitude D820 (jetzt wohl Latitude D830) angeht, akzeptiere aber die finale Lösung. Nach fast acht Jahren hat Dell es geschafft mein Vertrauen zu verlieren. Für Präsentationen werde ich nach wie vor das D800 einsetzen, das mir auch optisch besser gefällt. Wir werden sehen was die Zukunft bei Dell bringt.

Lob am Rande: Der technische Service arbeitet erstklassig – am nächsten Arbeitstag steht der freundliche Techniker mit Material vor der Tür. Die Performance des Notebooks ist durchweg sehr gut, auch wenn man den Sprung vom D800 auf das D820 (bei Windows XP) nicht wirklich spürt.

Freitag

25.

Mai 2007

Adobe Live 2007

Gestern war ich mit Peter auf dem zweiten Tag der Adobe Live 2007 im Expo Center in Köln. Der kostenfreie Eintritt hat dazu geführt, dass einige der interessanten Vorträge total überfüllt waren, und der Sauerstoffpegel in manchen Räumen unterhalb der Armutsgrenze lag.

adobe live köln 2007

Nach einer kurzen Vorstellung der EOS 1D Mark Ⅲ (Guido Krebs, Canon) sind wir zu unserem ersten Photoshop-Workshop getingelt (wegen Überfüllung geschlossen). Auf dem Boden hockend verfolgten wir den interessanten Vortrag von Gerhard Koren von video2brain, der uns gezeigt hat wie die erweiterten RAW-Funktionalitäten in CS3 und non-destruktives Arbeiten mit mehreren Phostoshop-Instanzen möglich sind (Photoshop platziert in Photoshop).

Auf dem Weg zum nächsten Vortrag sind uns dann bekannte Fotografen über den Weg gelaufen, so dass wir kurzerhand umdisponiert haben und uns bei Gero Singelmann zum Thema Neuerungen in Illustrator CS3 eingefunden haben, der mir wirklich noch Tricks gezeigt hat, die ich selbst in CS2 noch nicht kannte.

Nach einem kurzen Frühstück haben wir uns nochmal für einen von Geros Vorträgen entschieden – diesmal zum Thema: Neuerungen in InDesign CS3. Im Anschluss daran gab es Informationen von Christoph Grüder zum Interface-Design mit InDesign CS3, die wir aus Zeitmangel nicht weiter verfolgen konnten, denn Greg Rewis erklärte auf Bühne drei, wie man Flash-Content mittels FlashLite auf mobile Endgeräte bringen kann. Leider gab es hier nur einen groben Überblick – aber das Thema ist auch nichts für eine halbe Stunde.

Ole Peters von Sehsucht, Hamburg hat uns, neben einem beeindruckenden Showreel, Praxisbeispiele für die Verbindung der CS3 mit AfterEffects gegeben. Cinema4D und AfterEffects sind wirklich eine explosive Mischung. Hut ab – tolle Firma, wussten wir aber schon (deshalb sind wir auch hingegangen).

Der Nachmittag war aus unserer Sicht fest in der Hand eines Mannes: Robin Preston. Zwei Vorträge über Phostoshop CS3 durften wir erleben. Zitate: „Isch nehm imma Giftgrun als Maskenfarbe. Giftgrun kommt nisch so oft vor in Bildern. – Wenn Du viel Giftgrun hast in Deine Bildern – Du machst irgendwas falsch…“. Sein lockerer Vortragsstil hat uns wirklich bei Laune gehalten.

Wir waren (bis auf die schlechte Organisation mit den Parktickets – da wollten tausend Leute gleichzeitig an vier streikenden Automaten zahlen) rundum begeistert von der Veranstaltung – es war keine Kaffeefahrt, auch wenn man künftig sicher noch stärker in die Tiefe gehen könnte (wie bei Gero und Robin) – Praxis, Praxis, Praxis. Mein Fazit: War nett – machen wir gerne wieder mit. Vielen Dank Adobe!

Weiterführende Links

AdobeLive Blog
Interview mit Gero (Gerald?) Singelmann
Interview mit Robin Preston

Mittwoch

25.

April 2007

Free Fonts Cheat Sheet

Das Smashing Magazine hat passend zur eigenen Free-Fonts-Section ein „Cheat Sheet“ herausgebracht, in dem die besten Fonts mit Kurzreferenz gelistet sind.

smashing magazin diavlo font

Schöne Sache – hab direkt einen neuen Liebling gefunden. :)

Zum Artikel beim Smashing Magazine.

Dienstag

24.

April 2007

Neues Haustier

Raupe auf Tastatur

Raupe auf Tastatur

Raupe auf Tastatur

Raupe auf Tastatur

Fand sich heute nach einem Sturz von meinem Kopf auf der Tastatur wieder. Muss ich aus dem Garten mitgebracht haben. Nach einem kurzen (unprofessionellen) Shooting unter Available-Light-Bedingungen wieder in die Freiheit entlassen. Hier noch ein Bild für Freunde großer Bildschirme

Sonntag

22.

April 2007

Existenzgründung: Die eigene Agentur

Da habe ich nun schon seit Beginn meiner Bloggertätigkeit die hochtrabend titulierte Rubrik „Agenturleben“ und bisher nur wenige Posts, die dem Thema wirklich gerecht werden. Das soll sich ändern.

ANUEVO MEDIA (ehemals artFX) gibt es seit nunmehr acht Jahren. Als Kooperationsnetzwerk existierte dieses „Unternehmen“ neben Uni und meiner Tätigkeit als Junior Art-Direktor in einer Werbeagentur friedlich und hat immer mal wieder interessante Projekte hervorgebracht. Nun habe ich mich nach der Diplomarbeit im September 2006 dazu durchgerungen diesen Job hauptberuflich zu machen.

Die finanzielle Belastung ist für einen Hochschulabgänger natürlich erst einmal erschreckend. Alle Reserven werden gebündelt, die bevorstehenden Aufgaben genauer geplant und Budgets festgelegt. Trotz dem wirklich unglaublichen Stress, der zeitweise aufkommt, würde ich diesen Posten erst einmal für nichts in der Welt wieder hergeben. Falls Kunden mitlesen: 1000 Dank für die Unterstützung!

Aktuell habe ich die Agenturseite runderneuert – das Layout ist zwar geblieben aber im Hintergrund hat sich Typo3 als Content Management System die Ehre gegeben. An einigen Stellen müssen noch Kleinigkeiten verbessert werden, aber im Grunde läuft die Seite so wie ich mir das vorstelle. Ohne Markus und Gregor von zwo3 aus Bonn wäre ich an einigen Stellen aufgeschmissen gewesen. Danke nochmals!

Die Agentur trägt nun auch den Claim „Ingenieurbüro für Medien + Design“. Dazu wäre mir etwas Feedback recht. ;)

Weiterhin entsteht gerade eine neuartige Software, die auf meinem Mist gewachsen und hoffentlich bald käuflich zu erwerben ist. Wir arbeiten seit mehr als einem halben Jahr daran – der Entstehungsprozess wurde immer wieder aufgrund eiliger Kundensachen ausgebremst. Viel fehlt jetzt für eine Markteinführung nicht mehr. Infos folgen zu gegebener Zeit. Der geneigte Leser kann sich nun auch vorstellen, warum in letzter Zeit so wenige Beiträge entstanden sind. Ich gelobe aber – wie immer – Besserung. ;)

Freitag

13.

April 2007

Freitag der 13.

Die letzten paar Tage war es etwas stiller hier. Das lag vor allem wieder mal an unglaublich vielen Projekten, die einfach abgearbeitet werden mussten und viel Improvisation und Planung erforderlich gemacht haben. Time-Burning vom Feinsten mit wenig Schlaf (vier Stunden die Nacht um genau zu sein) und einem harten Zeitplan bei jedem Projekt.

Obwohl ich ja sonst überhaupt nicht abergläubisch veranlagt bin, wird mir dieser Freitag der Dreizehnte dauerhaft in Erinnerung bleiben. Ich fahre morgens zu einem Kunden und bin zwar müde aber guter Dinge, denn ich habe eine fast fertige Präsentation für einen Messestand im Gepäck und den engen Zeitplan damit eingehalten. Ich mag harte Deadlines… Aus dem Radio quäkt: „Heute ist Freitag der Dreizehnte. Viel Glück!“, aber selbst das kann meine Laune nicht trüben.

Beim Kunden angekommen packe ich mein Dell Latitude D800 aus und starte die Präsentation. Wir sind mit der Besprechung und Korrektur aller Folien fast durch, da passiert es: Der Bildschirm gibt ein paar wirre Muster von sich und stirbt ab. Bzzzt. Licht aus. Notebook tot.

Peinlich, peinlich. Erst mal Ruhe bewahren… Festplatte rausgeholt, Präsentation mit USB-Adapter auf einen anderen Laptop gesichert, fertig gestellt und mit dem Kunden auf der Messe-Hardware getestet. Projekt erfolgreich abgeschlossen (Operation gelungen, Patient tot).

Wie sich nun herausstellt sind nämlich entweder Grafikkarte oder Mainboard meines Notebook-Flagschiffs mit Vollausstattung hinüber. Bei einem drei Jahre alten Gerät ein ziemlicher Totalschaden, den ich in den nächsten Wochen beheben muss. Die Garantie ist seit einem Monat und drei Tagen abgelaufen. Natürlich… :) Bei meinen Modifikationen hätte der Kundendienst ohnehin die Arbeit verweigert. Jetzt bin ich erst einmal gezwungen ein neues Gerät anzuschaffen und doch früher auf das mir bislang verhasste Vista umzusteigen, denn ich brauche ein zukunftssicheres, tragbares Gerät für Präsentation, Fernarbeit und Kommunikation. Vermutlich wird es ein wieder ein Latitude (D820), denn das MacBook Pro wird mir persönlich einfach zu warm.

Den restlichen Tag habe ich damit verbracht einen Messe-PC für meine Zwecke herzurichten, so dass „normales“ Arbeiten wieder möglich ist. In solchen Situationen merkt auch mal wie wichtig ein Server ist…

Bin ich froh, dass dieser Tag endlich vorbei ist… :)

Freitag

30.

März 2007

TR/WLHack.A

Nach dem neuesten Update heute morgen fand AntiVir von Avira den angeblichen Trojaner „TR/WLHack.A“ in der winlogon.exe und das mehrfach ohne Unterbrechung. Sämtliche Windows-Rechner in der Agentur waren betroffen. Stress pur.

Jetzt die Entwarnung: TR/WLHack.A in der winlogon.exe gibt es gar nicht. Ein Fehler hat sich offenbar in das letzte Antivir-Update eingeschlichen. Seit etwa 15 Minuten gibt es ein weiteres Update, das das Problem behebt. Die Avira Internetseite scheint zwischenzeitlich zusammengebrochen, liefert die Updates aber relativ zügig aus….

Ich hoffe allen Betroffenen hiermit etwas zu helfen, denn die Suche nach „TR/WLHack.A“ bei Google liefert keine Ergebnisse.

Nachtrag: Heise berichtet endlich.

Mittwoch

28.

März 2007

Tipps für den (besseren) Umgang mit Druckereien

Wo liegen eigentlich die Hauptpunkte im Ärger mit einer Druckerei? Warum funktionieren oft die einfachsten Dinge nicht? Und: Ist die teurere Druckerei wirklich die Bessere?

Aufgrund eines ganz aktuellen Problems möchte ich hier mal (aus meiner Sicht) nützliche Tipps im Umgang mit Druckereien geben. Ich habe das nun Folgende innerhalb der letzten Jahre gelernt, merke aber immer wieder, dass man vor einigen Dingen nie ganz gefeit ist. Die Schuldfrage ist immer entscheidend, wenn ein Auftrag in die Hose geht: Hat der Grafiker/die Agentur Mist gebaut oder die Druckerei?

Die Druckerei.

Um zu verstehen an welchen Stellen man als Grafiker wachsam sein muss, gilt es zunächst einmal die Abläufe in einer Druckerei genauer zu verstehen. Der Prozess ist ganz ähnlich wie in einer Agentur: An der Spitze sitzt einer der was zu sagen hat (aber sonst nur repräsentative Funktionen ausübt). Darunter sind Projektleiter angesiedelt, die einen ganzen Vorgang überwachen und für die Kommunikation mit Kunden zuständig sind. Das sind also die, die jeder Grafiker immer zuerst anmotzt. Die eigentlichen Arbeiten erledigen (wie in Agenturen auch) mehr oder weniger gelernte/junge/talentierte Arbeitsbienen, die mit dem Kunden nie etwas zu tun hatten und brav Ihren Job in der gewohnten Qualität (gähn) ausüben, ohne groß darüber nachzudenken. Man ist ja nicht zum Denken hier (wie in Agenturen (meist leider) auch).

Wer mit wem?

Die erste Schwachstelle im System ist der lange Kommunikationspfad – vom Kundenwunsch zur Auslieferung der Drucksache. Der Kunde erzählt es dem Chef der Agentur. Der delegiert wegen einem wichtigen Geschäftsessen in Eckenförde die ganze Sache – an den Projektleiter, welcher, gefangen in einer Online-Sudoku-Weltmeisterschaft, alle verfügbaren Arbeitsbienen motiviert sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Dann gehen die Druckdaten meist von der verschlafenen Agentur-Arbeitsbiene an den PL der Druckerei. Der letzte im Bunde ist der Mann an der Heidelberger, welcher die Drucksachen raushaut und schaut, dass er noch zeitig zur Familie kommt. Ist ja schon halb vier wieder.

In der Regel sind also sieben Menschen notwendig, die Hand in Hand arbeiten müssen, kommunizieren müssen, damit eine Drucksache fehlerfrei ausgeliefert wird. Wie kann ich als PL/Grafiker/Arbeitsbiene sicher sein, dass der Auftrag sicher rausgeht (denn nur darum geht es) oder ich zumindest nicht der Schuldige bin, wenn etwas wider Erwarten schief läuft (denn darum geht es auch)?

Nun ist es sehr lästig die Druckerei auf Schritt und Tritt zu überwachen – dafür fehlt auch klar die Zeit. Es gibt aber Punkte, die man penibel einhalten kann, um den grössten Ärger zu vermeiden.

Klare Regeln.

1. Sicherstellen, dass alle Kundenwünsche bedacht wurden. Bevor etwas an die Druckerei geht, muss der Kunde sein absolutes Okay gegeben haben. Per E-Mail reicht das in der Regel vollkommen aus – Hauptsache schriftlich. Das Angebot hat der Kunde unterschrieben, den Auftrag bestätigt und die Druckfreigabe erteilt. Sind die Farben wie im Styleguide angelegt? Hat der Kunde alles so gesehen wie es später aussehen wird? Sind alle Farben richtig umgerechnet worden? Auch für dieses spezielle Papier? Vorher verlässt kein PDF das Haus!

2. Sicherstellen, dass der genaue Ablauf mit dem PL der Druckerei schriftlich festgehalten wird. Auf welchem Papier/Grammatur wird was in welcher Auflage mit welchen Farben und in welchem Verfahren gedruckt? Wie wird was wann ausgeliefert? Wann sind die verbindlichen Andrucktermine? Auch hier sollte eine E-Mail-Dokumentation lückenlos stattfinden. Und: Vergiss Deinen Stolz! Stelle jede noch so dumme Frage, wenn Dir etwas unklar ist!

3. Gehe immer zum Andruck. Nimm einen Fadenzähler mit und kontrolliere die Rasterung. Nimm den finalen Musterbogen immer mit. Sage nie „vielleicht“, um nett zu sein. Bestehe immer auf Deinem Wunsch eine Sache umzusetzen. Lass Dir nie einreden, dass etwas nicht geht – irgendwas geht immer mit etwas mehr Einsatz! Gib Dich erst zufrieden, wenn Du zufrieden bist. Es ist Dein Kunde, der Dir vertraut! Bei großen Projekten kann es durchaus Sinn machen den Kunden direkt mitzunehmen. Aber Vorsicht: Diese Druckerei wird zu Deinem Aushängeschild, wenn Du sie ausgewählt hast!

4. Bevor die Sache zum Kunden geht musst Du das Material sichten. Das ist die wohl schwerste Hürde, denn man gewöhnt sich daran, dass dies in der Regel locker-flockig von der Druckerei richtig gemacht wird. Richtig. Locker-flockig nämlich! Immer nochmals drüber schauen und erst anliefern lassen, wenn alles absolut top ist! Top heißt: Richtig gedruckt, richtig konfektioniert (z.B. Zwischenblätter bei Material mit Abrieb), richtig verpackt (z.B. mit Schaumstoff bei sensiblem Material), richtig transportiert (z.B. nicht in einem Transportfahrzeug das vorher stinkigen Abfall geladen hatte).

Das ist genau der Punkt, den ich bisher nicht eingesehen habe. Er ist allerdings notwendig. Warum?

Geiz ist … notwendig.

Die ganze Zeit habe ich geschrieben „wie in einer Agentur“ – das ist der Punkt. Die Geiz-ist-geil-Mentalität zwingt nicht nur die Agenturen, sondern auch die Druckereien zu Sparmaßnahmen. Ungelernte Hilfskräfte drucken mit alten Maschinen auf billigem Papier – oftmals bis in die Nacht. Kommt einem bekannt vor, oder? Wer so arbeitet macht Fehler – egal ob in Agentur oder Druckerei. Fast alle arbeiten heute so oder ähnlich. Ganz großer Mist ist das. Ehrlich.

Ich habe bisher fast immer darauf geachtet mit wem ich es zu tun habe – nicht wer der Billigste ist. Das Problem: Viele Kunden sind nicht mehr bereit einen höheren Druckpreis zu zahlen, d.h. man muss mit der Zeit gehen und den Druck auch mal billig-billig machen – sonst Kunde weg, Umsatz weg, Konto leer, Finanzamt vor der Tür.

Ob teurere Druckereien besser arbeiten vermag ich nicht zu sagen. Meine Erfahrung ist, dass jede Druckerei Fehler macht, jeder Grafiker Fehler macht, jeder Mensch Fehler macht, wenn er nur lang genug arbeitet. Bei sehr billigen Druckereien gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sind sie sehr spezialisiert und dann auch meist sehr gut, oder die Arbeitskräfte werden nicht gerade geschont, geschult oder gescheit bezahlt. Hier sind dann sicher auch vermehrt Fehler zu erwarten. Daher sind klare Regeln, wie die gerade genannten, notwendig.

Wenn doch Fehler auftreten.

Die Frage ist wie man damit umgeht – gerne schiebt man sich gegenseitig den schwarzen Peter in die Schuhe. Das ist in meinen Augen ganz falsch. Größe bedeutet: Fehler zugeben und nicht nach oben kriechen und nach unten schlagen. Wenn ich einen Fehler begehe, muss ich in der Lage sein das auch finanziell aufzufangen. Meist hilft nur die lückenlose Dokumentation um festzustellen wer was falsch gemacht hat. Wichtig ist, dass man lernt aufeinander zu hören, sich lieber zehn Mal mehr zu melden als ein Mal zu wenig und: Fairness.

Falls man den Druckpreis wie oft üblich mit ein paar Prozent Aufschlag durchgereicht hat, ist man auch verantwortlich und haftet gegenüber dem Kunden. Die Druckerei muss man dann selber in die Zange nehmen und hoffen, dass alles reibungslos über die Bühne geht. Gerade deshalb ist die Wahl der „richtigen“ Druckerei so wichtig. Ich fahre inzwischen mehr als eine halbe Stunde und ärgere mich trotzdem dann und wann.

Fazit.

Wer das beherzigt, sollte mit der Druckerei seines Vertrauens in Zukunft weniger Probleme haben. Ich hatte jetzt ein paar – Drucksachen wurden anders konfektioniert und ausgeliefert als besprochen/bestellt. Nicht mein Verschulden aber sehr ärgerlich. Frust. Da ich die ganze Angelegenheit heute sowieso nicht mehr aus dem Kopf bekommen werde, wollte ich mein bescheidenes Wissen zum Thema zusammenfassen, zur Diskussion stellen und vielleicht sogar jemandem damit helfen.

PS: Diesen Artikel habe ich letzten Monat geschrieben und mich jetzt erst dazu durchgerungen ihn zu veröffentlichen.

Freitag

23.

März 2007

Seltsame Kundenanfragen (4)

Wenn sich Menschen Rat suchend an mich wenden, ereignen sich manchmal kuriose Dinge, die ich an dieser Stelle zusammentragen möchte.

seltsame kundenanfragen

Logo für Umme

(via E-Mail)

„Sehr geehrte/r Leser/in, ich interessiere mich für ein Firmenlogo aus Ihrer Fertigung. Ich und mein Team sind junge Unternehmer und betreiben ein kleines Indie-Plattenlabel, genannt „***** Records“, welches Künstler und Bands aus den Bereichen Rock und Metalmusik verpflichtet. Leider ist unser Kapital sehr begrenzt und lässt uns daher einen leider sehr engen Spielraum. Wir bitten Sie als qualifizierte/n Logodisigner/in herzlichst uns ein kostengfreies Logo zu entwerfen. Wir sind völlig anspruchslos und da uns Ihre Zeit als sehr wertvoll erscheint, kann das Firmenlogo durchaus einfach gestaltet sein. Die Farben Rot oder schwarz/weiß oder ähnliches wäre vielleicht eine Möglichkeit. Evtl. könnte man auch ein Musikinstrument mit einfügen, wie eine E-Gitarre mit Flügeln oder etwas ähnliches. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit und hoffe auf ein soziales Angagement uns gegenüber. Wir sind für jede Hilfe sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen…“

Da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein….