Archiv für die Kategorie „Technik“

Montag

29.

November 2010

Nur Probleme mit dem iPhone

Selten hat ein Produkt so viel Licht und Schatten in mein Leben gebracht wie das iPhone. Eine immer größer werdende Liste an Ärgernissen hat mir die bunte Apfelwelt für immer verschlossen – zumindest aus der Sicht eines Business-Nutzers. Dieser Artikel beschäftigt sich mit meinen Erfahrungen mit dem iPhone 3GS/4G und Berichten von Freunden und Kollegen, die iPhones verwenden. Geschrieben habe ich ihn innerhalb der letzten Monate, immer dann, wenn mich etwas gestört hat.

iTunes – so nützlich wie ein guter Schnupfen.

Langsam und unübersichtlich
Kein anderes Programm ist auf dem PC langsamer als iTunes. Selbst mit hochgerüsteten SSD-Maschinen kann ich mit der Geschwindigkeit des Programms nicht leben. Auf dem Mac ist es etwas schneller. Klar. Das Problem der Unübersichtlichkeit ist dennoch immer präsent. Es fängt damit an, dass alle Künstler von Kompilationen in der Künstlerübersicht angezeigt werden und hört damit auf, dass man mit einem falschen Klick bereits ein ganzes Album nachkauft, obwohl man nur einen Song haben wollte. iTunes ist schlichtweg »Apple-untypisch« (und jeder, der mich bisher vom Gegenteil überzeugen wollte, soll sich ehrlich überlegen, wie lange er das Programm schon nutzt und wie oft er Google bemüht hat, um Probleme zu lösen). Ich habe in den ersten Wochen aufgegeben.

Kreditkarteninfo vor Inbetriebnahme ein MUSS:
Natürlich ist das Einkaufen im Store somit scheinbar unkompliziert – warum muss ich vor einem Kauf aber schon diese Informationen hinterlegen? Direkt zu Beginn mit solchen Geschäftsmethoden konfrontiert zu werden hat mich irritiert.

Usability-Probleme des Telefons

Benachrichtigungstöne für E-Mail und SMS lassen sicht NICHT personalisieren.
Was für Klingeltöne mit einigem Aufwand möglich ist, kann man bei den restlichen Ereignissen glatt vergessen. Was ist das für eine dämliche Situation, wenn 20 Menschen in einem Raum gleichzeitig nach dem Mobiltelefon greifen, nur weil Apple die Personalisierung der Signaltöne verbietet und die Unterscheidung somit unmöglich macht? Absolut unverständlich.

Akku
Der Akku hält einen Tag, wenn das iPhone als Business-Maschine Verwendung findet. Wer damit nicht klarkommt, sollte sich ein Aufsteck-Akkupack holen, oder lieber ein Telefon mit kleinem Display verwenden. Das muss einem aber auch der gesunde Menschenverstand sagen und ist kein wirkliches Manko vom iPhone, sondern generell ein Problem mit großen Displays… Großes Manko des iPhone: Man kann den Akku nicht tauschen.

Adobe Flash
Es ist die größte Unverschämtheit aus Usersicht, dass, aus welchem Grund nun auch immer, Flash nicht auf dem iPhone läuft. Zu viele Seiten auf die man als Agenturmensch angewiesen ist, basieren auf Flash. »Such mal die Telefonnummer deines Ansprechpartners mit einem iPhone auf einer Flash-Site wenn Du Stress hast, lieber Steve Jobs.« Klar gibt es immer andere Möglichkeiten und man findet einen Weg. Von einer Firma, die das Wort Usability in die Unterhosen der Mitarbeiter stickt, erwarte ich aber mehr.

Kamerataste bei Selbstportraits
Mit der Liebsten ein Erinnerungsfoto am Strand machen? Nur was für geübte Finger. Anscheinend soll man keine Selbstportraits machen dürfen – eine eigene Taste für die Kamera hätte auch den Vorteil gehabt, dass man die Kamera-App damit umgehend starten könnte.

Gesprächsabbrüche nach Software-Update
4.0 hieß das Firmware-Update, das für Gesprächsabbrüche bei mir und meinem Kollegen gesorgt hat. nach 5–8 Minuten startet das iPhone einfach neu. Nach zehn (!) Abbrüchen habe ich ein wichtiges Telefonat verschieben müssen. Zurecht Gelächter auf Kundenseite. Die Probleme sind bekannt und treten auch nach der Aktualisierung auf iOS 4.01 auf.

Sim-Karte sperrt sich, (W-LAN‑)Netzwerkfehler, Bluetooth-Headsets mit Roboterstimme
Mein iPhone meldet häufig: »Gesperrte SIM-Karte« und verliert die W-LAN Konnektivität von Zeit zu Zeit. Mein Kollege berichtet von einem immer gleichen Fehler »Kein Netzwerk verfügbar.«, wenn er unterwegs ist bei seinem iPhone 3GS. Mit meinem Nokia Bluetooth-Headset (BH-602) habe ich ein seltsames Phänomen festgestellt: Beim Verbindungsaufbau mit einem iPhone 3GS habe ich zunächst keine Probleme. Nach der zweiten Kopplung wird meine Stimme dann aber zu einer Roboterstimme – auch die meines Gesprächspartners. So getestet mit 2 verschiedenen iPhones. Mit anderen Mobiltelefonen funktioniert das Headset dagegen einwandfrei. Einzelfall oder Firmenpolitik? Würde mich mal interessieren, ob die Probleme auch bei weiteren iPhone-Usern auftreten.

Der 20MB Download‑»Bug«
Man ist unterwegs, braucht dringend das Navi und hatte morgens im Hotel alle Apps aktualisiert. Oha. Navigon lädt nicht, funktioniert selbst nach einem Neustart des Telefons nicht, sondern zeigt »Warten« an. Grund: Mehr als 20MB Daten zieht das iPhone nur über den heimischen PC oder über W-LAN. W-LAN hatte es aber doch daheim, laut Anzeige auf dem Display…? Lösung: Andere Drecks‑Navigations-App runterladen und irgendwie doch den Weg finden. Google Maps hilft am Ende auch noch. Zuhause Navigon updaten. Teile vom Lenkrad vom Zahnarzt aus den Vorderzähnen ziehen lassen.

Firmenpolitik

Keine Stromversorgung mit „altem“ Zubehör
Apple hat im Standard-Stecker fürs iPhone sowohl USB‑ als auch FireWire-Pins verbaut. Anfangs lief die Stromversorgung über die Firewire-Pins. Mit einem Software-Update des iPhone wurden die Pins umgelegt. Resultat: Nur noch neue Geräte/Docks können iPhones mit Strom versorgen. Alte Anlagen, z.B. von BOSE (~800 Euro) laden das iPhone nun nicht mehr, wenn man es aufsteckt und melden »Dieses Zubehör wurde nicht für die Verwendung mit dem Iphone entwickelt…« Danke Apple. (Georg regt sich auf | Apples simples Statement)

Antennenproblematik und Hetze gegen Mitbewerber
Natürlich kann man Mobiltelefone einfach vom Netz trennen, indem man sie mit der Hand umschließt. Was Apple beim 4G gemacht hat, kann man als »Konstruktionsfehler« bezeichnen (Praxistest). Die angeblichen Beweisvideos über Mobiltelefone der Mitbewerber im Anschluss waren ein PR-Armutszeugnis. Von Apples Marketingabteilung hätte ich mehr erwartet – insbesondere, weil Sie mich in der Vergangenheit oft begeistert hat.

Fazit

Um es kurz zu machen: Mein nächstes Mobiltelefon wird kein Telefon von Apple sein. Schade. Alle Welt reagiert hysterisch, wenn ich als Usability-Fan erkläre mein iPhone abzugeben. »Ich kauf es Dir sofort ab.« ist meist der erste Spruch. Man sieht daran einfach, wie gut das Marketing von Apple – wie stark allein die Marke ist.

Der Produktnutzen ist in erster Linie nur noch ein Geltungsnutzen, nicht mehr ein Funktionsnutzen. Warum schreibe ich das? Ich bin in höchstem Maße genervt von einem Telefon, das in den Standard-Business-Situationen versagt. Das darf einfach nicht passieren. Zudem gehen mir Menschen auf den Geist, die eine fanatische Liebe zu einer Marke entwickeln, die inzwischen nicht mehr mit der technischen Überlegenheit des Produktes erklärbar ist. Auf das 4G hatte ich mich gefreut, weil ich nach den Strapazen mit dem 3GS auf ein kleines Umdenken gehofft hatte. Leider scheint der Verkauf von Inhalten gerade wichtiger zu sein als die Entwicklung einer zuverlässigen Plattform.

Donnerstag

25.

November 2010

HTC HD7 | Navigon Telekom Select Edition ohne Zune installieren

Seit Kurzem habe ich das iPhone gegen ein HTC HD7 mit Windows Phone 7 eingetauscht und bin bisher restlos begeistert. Der Bericht folgt später.

Einzig NAVIGON will nicht installieren, obschon die Telekom damit wirbt, dass Kunden 24 Monate umsonst auf die Applikation zugreifen können. Im Zune-Marketplace wird NAVIGON gar nicht erst angezeigt. Mitarbeiter der Telekom-Hotline reden einem sogar aus, dass man NAVIGON installieren kann. Auch die ZUNE‑ und NAVIGON-Hotline sind zunächst ratlos, aber der freundliche Mitarbeiter des Navigationsriesen liefert den Hinweis auf die Ursache (zumindest in meinem Fall).

Hier die Lösung des Problems (das eigentlich kein Problem ist):

  • 1. Nachschauen, ob NAVIGON im Marketplace des Mobiltelefons unter »Navigation« > »Kostenlos« angezeigt wird.
  • 2. Falls nicht, bei der Telekom eine neuere SIM-Karte beantragen (Rufnummer 2828 vom Handy aus)
  • 3. Mit der neuen SIM-Karte einen Hard-Reset durchführen (Telefon unter »Einstellungen« > »Infos« zurücksetzen
  • 4. NAVIGON im Marketplace des Mobiltelefons unter »Navigation« > »Kostenlos« auswählen, vorher eine WiFi-Verbindung herstellen.

That’s it.

Übrigens kein Windows Phone 7-Problem, sondern einfach nur eine veraltete SIM-Karte und Lizenzprobleme. ;)

Dienstag

10.

August 2010

Microsoft Outlook 2010 stürzt beim Öffnen von E-Mails ab

Ein ärgerlicher Fehler in dem sonst sehr gelungenen Outlook 2010. Schuld daran ist bei mir laut Ereignisprotokoll unter Windows 7 (64bit) die .dll-Datei USP10.DLL, ein Dienst der Texte rendert. Es tritt fast immer bei E-Mails auf, die von Mac-Rechnern kommen.

Die Lösung: Schuld sind anscheinend Adobe Type 1-Fonts, die Outlook nicht rendern kann. In meinem Fall konnte ich durch Entfernen der Helvetica-Familie und einem Neustart Abhilfe schaffen.

Montag

7.

Juli 2008

Das kauf‘ ich Euch nicht ab!

Ein bekannter Elektronik-Fachhändler hat vor Kurzem eine reizvolle Kampagne mit 25 % auf einige Artikel gestartet. Grund genug für unsere Agentur, einige geplante Neuanschaffungen vorzuziehen und nach einiger Rechnerei ein paar der Angebote wahrzunehmen.

Unter Anderem war ein Canon EOS 5D-Kit (mit 24–70mm Objektiv) unter den Schnäppchen, das uns zusammen mit der Cashback-Aktion von Canon eine ordentliche Ersparnis bringt. Mein Kollege staunt allerdings nicht schlecht, als er in der Produktverpackung auch ein Reparaturschreiben von Canon entdeckt. Laut diesem Original-Schreiben vom 26.02.2008 gab es eine „Gewalteinwirkung auf den CMOS-Sensor“, so dass dieser getauscht werden musste – weitere Reparaturarbeiten wurden auch durchgeführt!

Canon Reparaturschreiben

Für uns ein klarer Fall: Dieser Body war beschädigt und geht zurück. Der Kollege ruft die Wuppertaler Filiale an, in der die EOS 5D erstanden wurde und schildert das Problem. Am anderen Ende stellt sich der Marktleiter zunächst dumm und besteht darauf, dass der Body von Canon so als „Neuware“ geliefert wurde (der Reparaturschein weist den Fachhändler jedoch als Auftraggeber der Reparatur aus…). Er bietet zwar Ersatz, jedoch kann er nicht zusichern, dass man auch den verloren gegangenen Cashback-Rabatt erstattet, denn eine neue Kamera kann er erst in einigen Wochen liefern, wenn die Cashback-Aktion bereits abgelaufen ist.

Mein Kollege ruft Canon an und schildert den Fall mit der Bitte Cashback auch für die Austauschkamera anzubieten. Stille am anderen Ende der Leitung, als er die Seriennummer nennt. „Öhm, … Cashback machen wir, aber … von diesen Body würde ich Ihnen – abraten …“, sagt der freundliche Canon-Mitarbeiter, „… er hat bereits 21.800 Auslösungen hinter sich!“.

Was genau mit diesem Body passiert ist und wessen Schuld es ist, dass dieses Gerät in den Handel gelangt ist, werden wir wohl nicht erfahren – es ist aber ein Armutszeugnis für einen renommierten Fachhändler, dass ein solches Gerät verkauft wird, denn rein optisch ist kein Mangel zu erkennen. Ersatz wird angeboten und es ist sicher ein Ausnahmefall, doch es bleibt der fade Beigeschmack, dass wahrscheinlich keiner etwas gemerkt hätte, wenn nicht das Reparaturschreiben in der Verpackung gewesen wäre…

Freitag

6.

Juni 2008

Hochbildfotografie mit Flugdrohnen

Hoch‑ und Luftbildfotografie ist nicht nur mit Flugzeugen und Helikoptern, sondern auch mit unbemannten Flugdrohnen und Heliumballons möglich. Unsere Agentur bietet Hochbildfotografie mit Heliumballons und über unseren Partner nun auch Drohnenfotografie.

Ein spannendes Thema wie auch 3sat findet – ein Filmteam hat den folgenden Beitrag auch in unseren Räumlichkeiten gedreht. Wir haben ein Panoramasystem mit mehreren Spiegelreflexkameras entwickelt – diese lösen zeitgleich aus und liefern somit perfekte Panoramen aus luftiger Höhe. Interessant genug, um im Beitrag Erwähnung zu finden.

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player.)

Aktuell sind Drohnen noch nicht in der Lage mehrere Spiegelreflexkameras zu heben, doch mit Heliumballons lassen sich jetzt schon Panoramen in hoher Qualität erzeugen, wie etwa bei Events oder zur Dokumentation von Architektur.

Das Panorama-Beispiel aus dem Beitrag – aufgenommen mit unserem Mehrkamerasystem – kann man übrigens hier betrachten.

Live Comment Preview vs. Firebug

Das WordPress-Plugin Live Comment Preview von Brad Touesnard ist mir direkt ins Auge gesprungen, da ich die Kommentar-Vorschau sehr schätze – jeder Kommentator sollte diese Möglichkeit haben. Kommentare müssen so ankommen wie man sich das vorgestellt hat. :)

Für mich als Admin funktionierte das Plugin, jedoch weist mich Sebastian schnell darauf hin, dass mit dem Firefox-Plugin Firebug (must have!) hunderte Fehler angezeigt werden. Nachdem es lange gedauert hat, bis ich den Fehler erst einmal reproduzieren konnte (ausloggen hilft, do’oh…), schreibe ich erst einmal Frank an, der dasselbe Problem hatte und kurz darauf den Entwickler.

live-comment-preview-firebug

Gefunden habe ich den Fehler erst heute – und er lag sehr nahe… Die Funktion hex_md5 ist keine Standardfunktion und muss separat in die header.php eingebunden werden (hier zum Download).

‹html›
‹head›
‹title>MeinBlog</title›
‹script type=“text/javascript“ src=“Pfad/md5.js“></script›
‹/head›

Das Problem entsteht immer dann, wenn eine Eingabe erfolgt – hier prüft eine Funktion die Mailadresse (eml) und versucht den passenden Gravatar zu laden – hierzu wird mit hex_md5 umgewandelt. Ist die Funktion nicht vorhanden, gibt es JS-Fehler. That’s it. :)

Kleine Ursache, große Wirkung. Ich kann mir vorstellen, dass viele auf das Plugin verzichten, obschon die Lösung so simpel war, dass ich fast nichts dazu schreiben wollte… Ich hoffe, dass das Plugin mit diesem Tipp noch für andere Blogger interessant wird.

Donnerstag

15.

November 2007

Bilder vektorisieren mit VectorMagic

VectorMagic

VectorMagic ist ein geniales Online-Tool der Stanford University zur Vektorisierung von Bitmaps.

Ein Bild wird in wenigen Schritten genau definiert (Logo/Foto, Farbpalette) und in eine Vektorgrafik überführt. Die Ergebnisse eines Tracing-Vorganges lassen sich dann z.B. als EPS herunterladen. Wenn man erst einmal mit den Einstellungen experimentiert hat, liefert das Tool sehr ansprechende Ergebnisse.

Donnerstag

9.

August 2007

Adobe CS3: Teuer in Europa, oder: Wie verliere ich Kunden trotz Monopol?

In der letzten Zeit höre ich in Agenturen, Druckereien und der restlichen Medienbranche nur noch ein Thema: Adobe hat in Europa höhere Preise als in den USA. Hierzulande zahlt man fast das Doppelte für die Adobe Creative Suite CS3! Ein Umstand, der den meisten Kollegen schwer zu schaffen macht. Da ich eigentlich Pro-Adobe bin, möchte ich diese Story nutzen, um doch mal wieder einen Beitrag (trotz Zeitmangel) zu verfassen – denn das Thema CS3 brennt in deutschen Agenturhütten. Und zwar lichterloh!

Abzocke?

Art-Direktoren brüllen auf Agenturbalkonen und verschütten wild gestikulierend Kaffee, gestandene Geschäftsführer nutzen Kontakte in den USA, um sich mit englischen CS3-Versionen einzudecken (die Preisdifferenz für die Master Collection betrug heute bei amazon.com/.de stolze 1.795,81 Euro), Praktikanten tippen Übersetzungen der Photoshop-Menüs und kopieren diese für alle Mitarbeiter. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind stinksauer auf Adobe. Ich erfahre in allen Medien‑ und Werbeagenturen gerade einen Wind gegen Adobe, den sich die Firma selbst sicher nicht vorstellen kann! Adobe hat in Europa das Gesicht verloren, möchte man meinen. In den letzten zwei Wochen, habe ich fast täglich Gespräche zum Thema geführt und mich letzten Endes überzeugen lassen, dass es kaum Argumente für eine derart drastische Preiserhöhung geben kann. Was den Agenturen mit zu geringer Kaufkraft widerfährt zwingt zu Erfindungsreichtum.

Adobe fällt zur Preisdifferenz leider nur so viel ein: „Die lokalisierten Preise reflektieren eine ganze Reihe von Gegebenheiten, die über die reine Lokalisierung hinausgehen. Neben den Kosten für die Übersetzung werden zusätzliche und rein lokal bezogene Ressourcen benötigt, beispielsweise für den Support in der jeweiligen Landessprache sowie für die komplette lokale Infrastruktur für Vertrieb und Kundenunterstützung.“

Das ist leicht gesagt, nur fallen in den USA sicherlich ähnliche Kosten an, um die Kundenunterstützung zu garantieren – so viel mehr sollte das Ausland nicht kosten oder man handelt als Konzern unwirtschaftlich. Das Thema „Preiserreichbarkeit“ könnte viel eher ein Thema sein und der rasche Ausgleich der 3,4 Mrd. Dollar aus dem Kauf von Macromedia. Nicht, dass ich kein Einsehen habe, dass man versucht den höchstmöglichen Preis zu erzielen – Thema Gewinnmaximierung (kennen wir schon von der Firma Apple) – aber 200 % mehr sind doch selbst für hartgesottene Verfechter der Marke Adobe (mich inbegriffen – treu seit 1994) etwas zu viel im Vergleich.

Unglaublich aber wahr: Längst tot geglaubte Softwareprodukte anderer Hersteller erleben zurzeit einen unheimlichen Aufschwung. Jetzt muss man in Agenturkreisen nicht nur Adobe-Software kaufen, sondern auch noch sämtliche Mitbewerber im Hause haben, denn Daten kommen künftig (noch mehr als ohnehin schon) in den unterschiedlichsten Formaten.

Momentan muss man bei vielen Kostenvoranschlägen die Budgets ohnehin zurückdrehen – da ist kaum noch Platz für ausgefallene Ideen. Und die Basis-Ausstattung Hard‑ und Software für einen Arbeitsplatz ist auch ohne Adobe schon teuer genug. „Typisch Deutsch: Immer jammern…“, hab ich mal gesagt. Inzwischen denke ich genau so. Ich störe mich nicht grundsätzlich daran, dass mit einer neuen Version auch neue Preise kommen und akzeptiere auch die leicht höheren Preise in Europa. Den aktuellen Aufschlag finde ich allerdings mehr als beanstandbar.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ein solcher Preisunterschied kaum realistisch sein kann. Die meisten von mir gefragten Entscheider in Agenturen kaufen nur wenige Lizenzen der neuen CS3 und bauen auf die durchgehende Versorgung mit älteren Versionen unter Windows XP – unter Vista läuft die CS2 bekanntermaßen ja nicht wirklich. Adobe dürfte das finanziell kaum auffallen. Der Imageschaden des Unternehmens stellt sich aus meiner Sicht allerdings als katastrophal dar!

Ich selbst verzichte aus zwei Gründen auf den Kauf einer CS3-Suite: Zum Einen halte ich die Suites im internationalen Vergleich für überteuert und möchte mit anderen Agenturen zusammen ein Zeichen setzen. Zum anderen komme ich mit CS2 gut klar, erhalte nahezu alle Daten in CS2-Formaten und kann beim eigenen Rechner auf Vista hoffentlich noch lange verzichten. Trotzdem werde ich – wie viele Andere vor mir – letzten Endes die teure Software kaufen. Es gibt für mich keine Alternative.

Schade, dass diese Petition noch keinen Ruck durch die Adobe-Spitze hat fahren lassen.

Vielleicht wacht ja mal irgendwann jemand auf, wenn wir das Thema etwas größer in den Blogs aufgreifen. Macht Meinung! Das Thema sollte öffentlicher diskutiert werden, nicht nur auf der Agenturterrasse!

Ein schlauer Mann hat mir mal gesagt:
„Auf dem Boden hocken – kalter A… .“

In diesem Sinne.

;)

Nachgetragen

  • Gerade erfahre ich von Peter, mit dem ich mich in den letzten Tagen öfters zum Thema unterhalten habe, dass die RAW-Daten der Canon EOS 1D Mark Ⅲ den Camera RAW Converter der CS3 benötigen. Kein Update für die CS2? – dabei unterstützen bereits kostenlose Programme wie IrfanView das Format…
  • Ja, die Abzocke?-Karikatur oben im Beitrag darf jedermann mit Hinweis auf den Beitrag verwenden – in jeder Form.
    Hier sind die Vektordaten.
  • Dieser Artikel soll das Image von Adobe in keiner Weise schädigen. Ich halte hohe Stücke auf die Software und kann ohne sie nicht leben. Es geht mir lediglich darum, das Thema „Höhere Preise für Software in Europa“ ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Im Falle der Creative Suite 3 sind die Kosten erschreckend hoch im Vergleich zur US-Version. Es bilde sich jeder selbst ein Urteil – Links finden sich weiter unten.

Ein paar Zitate

„Das ist ja mal der absolute Hammer. Wie will Adobe denn die Deutsche Software unter die Leute bringen wenn man sich so Hintergangen fühlt. […] Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit von Adobe.“ (Andreas)

„Bedeutet das jetzt, dass es für mich billiger währe einen Flug nach Amerika zu nehmen und die Version dort zu kaufen, als sie am heimischen Markt zu erstehen?“ (Nicolas)

Ich finde die Preispolitik reichlich unverschämt. Das läuft in allen Bereichen […] gleichermaßen ab. Sei es Software, Hardware, vom Wasserkocher übers Auto bis hin zur Spielkonsole. […] Europa wird halt ausgeblutet, weil es ja angeblich mehr Geld hat… […] Ich kaufe mir, wenn überhaupt die US-Version […] (hardy)

Viele von uns haben Adobe zum Quasi-Monopolisten im professionellen Bereich gemacht und jetzt gibt es langsam aber sicher die Quittung dafür. […] Und, ja, seit X3 arbeite ich hauptsächlich mit Produkten von Corel. (A.P.)

Weiterführende Links

Internationaler Preisvergleich der CS3
Warum laut Adobe die CS3 in Europa teurer ist
Aramex Shop & Ship. Produkte in Amerika kaufen und nach Hause schicken lassen.
Adobe CS3: In Europa doppelt so teuer
Adobe verärgert europäische Kunden mit hohen Preisen für CS3
Auswandern?
Diskussion im Fontblog
Gute Diskussion bei Ulf Theis
Kaufkraft schwach?
Schnäppchen…

Donnerstag

31.

Mai 2007

Microsoft Surface

In vielen Videos habe ich in letzter eine Technik bewundern können, die es erlaubt mittels Handbewegungen und Berührungen Elemente auf einem Display zu steuern – eine neuartige, intuitive Bedienoberfläche für Computer.

microsoft surface

Im Kampf um das erste marktfähige Produkt hat Microsoft offensichtlich die Nase vorn, zumindest, wenn man den Ausführungen auf der neuen Internetseite zu „Microsoft Surface“ Glauben schenken darf. Die Videos zu Surface sind absolut beeindruckend und lassen hoffen, dass wir diesen „Tisch mit Display“ bald ins Wohnzimmer stellen können.

microsoft surface screen

Es ist schon erstaunlich, wenn man sieht welche Möglichkeiten wir in Zukunft haben werden. Für mich ist das die innovativste Produktvorstellung der letzten Jahre – ich hoffe, dass der Massenmarkt in den nächsten zehn Jahren erschlossen wird, sonst bin ich bald zu alt um damit noch Spaß zu haben. :)

Weiterführende Links

Microsoft Surface
Logodateien von Microsoft Surface
Press Kit Microsoft Surface

Mittwoch

30.

Mai 2007

Erfahrungsbericht: Dell Latitude D820/Latitude D830

Vor einiger Zeit hat sich das Latitude D800, das mich stets begleitet hat mit einem Mainboard-Kurzschluss verabschiedet und wartet seitdem in Leipzig auf die Reparatur (bei Sparepartz). Meine Wahl fiel aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen mit Dell und der vorhandenen Peripherie (Port-Replikator, Monitor-Ständer) auf das Latitude D820 (jetzt Latitude D830 – es hat sich laut Aussage der Techniker jedoch so gut wie nichts geändert – außer dem Namen).

Nach der ersten Inbetriebnahme und der Installation von XP muss ich feststellen, dass das Display absolut inhomogen ausgeleuchtet ist. Von unten her ist die Ausleuchtung kräftig und nimmt verlaufsartig nach oben hin ab. In der rechten unteren Ecke ist ein deutlicher dunkler Fleck. Erfolg: Bei einer Kundenpräsentation fragt mich eine Kundin, warum ich einen Verlauf in die Präsentation gemacht habe, obwohl das Corporate Design dies nicht vorsieht!

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Ich rufe bei Dell an und bitte um Austausch des Displays. Ich müsse Fotos schicken, sagt man mir. Kein Problem – wozu haben wir die ganze Ausrüstung – ich schicke Fotos. „Das sieht ganz normal aus.“, versichert mir der Kundenbetreuer. Mir platzt der Kragen. „Das ist ein offensichtlicher Mangel.“, motze ich sanft Richtung Bratislava (wo die Kundenbetreuer wohl sitzen). „Okay, okay. Wir tauschen das aus.“

Am nächsten Tag erscheint ein freundlicher Techniker, nimmt das alte Panel raus (es ist ein Samsung-Panel) und steckt das neue (Samsung-Panel) ein. Ergebnis: Das exakt gleiche Bild. Verlauf und Fleck in der rechten, unteren Ecke.

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Dell Latitude D820 Screen Samsung Panel

Meine Geduld ist am Ende, als der Kundenbetreuer mir am Telefon auch noch versichert, dass „dies den aktuellen Qualitätsstandard der Firma Dell darstelle“. “ Unter uns: Das alte D800-Display ist meiner Meinung nach um Meilen besser als das drei Jahre jüngere Panel! Sichtwinkel und Ausleuchtung sind absolute Spitzenklasse für ein LCD. Das neue ist (meiner Meinung nach) wirklich nicht zu gebrauchen, um bei Kunden einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Die „Eskalations-Abteilung“ (müsste das nicht De-Eskalations-Abteilung heißen?) von Dell meldet sich. Mit ruhiger, (fast gelangweilter) Stimme bemüht sich der neue Kundenberater meine Laune zu bessern. Nach einigem Geplänkel versichert er mir, dass der Bildschirm erneut getauscht wird – allerdings kann er mir nicht versprechen, ob mein Display ein Samsung oder LG-Panel haben wird (“Chancen sind 50 : 50!“).

Einen Tag später steht der Techniker mit einem „Refurbished“-Display vor der Tür – es ist von Sharp! Ich freue mich erst einmal (die Hoffnung stirbt zuletzt) und warte gebannt, während der Techniker sich daran macht das Notebook in Einzelteile zu zerlegen. Eine Schraube klemmt. Zwei Minuten später ist klar, dass er die Schraube durchgedreht hat und wir heute keinen neuen Bildschirm mehr in das Gehäuse bekommen. Frust.

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Heute dann die Erlösung. Neuer Techniker, neues Glück. Er hat alles dabei – 15 Minuten später kann ich neu starten. Ergebnis: Ausleuchtung nicht perfekt aber durchweg besser – fast so wie bei meinem alten D800. Leider immer noch ein dunkler Fleck in der rechten, unteren Ecke (der aber kaum zu sehen ist und mich persönlich nicht so extrem stört).

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Dell Latitude D820 Screen Sharp Panel

Fazit: Ich persönlich bin nicht vollständig zufrieden mit der Display-Qualität von Dell was das Latitude D820 (jetzt wohl Latitude D830) angeht, akzeptiere aber die finale Lösung. Nach fast acht Jahren hat Dell es geschafft mein Vertrauen zu verlieren. Für Präsentationen werde ich nach wie vor das D800 einsetzen, das mir auch optisch besser gefällt. Wir werden sehen was die Zukunft bei Dell bringt.

Lob am Rande: Der technische Service arbeitet erstklassig – am nächsten Arbeitstag steht der freundliche Techniker mit Material vor der Tür. Die Performance des Notebooks ist durchweg sehr gut, auch wenn man den Sprung vom D800 auf das D820 (bei Windows XP) nicht wirklich spürt.